Wellerode: Pfarrer Pausch hört auf und geht in die Politik

Geht nach 35-jähriger Amtszeit in den Ruhestand: Pfarrer Werner Pausch von der evangelischen Kirchengemeinde Wellerode ist weit über seine Gemeinde hinaus bekannt. Foto: Wohlgehagen

Söhrewald. Pfarrer Werner Pausch geht nach 35-jähriger Amtszeit in den Ruhestand. Der weit über Wellerode hinaus bekannte und beliebte Kirchenmann wird am Sonntag verabschiedet.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kirchengemeinde zu einem Stehempfang und zu Grußworten in die Gaststätte Mosts Alte Post ein.

„Kirche im Dorf und für das Dorf“, das sei sein Credo gewesen, so Werner Pausch in einem Gespräch mit der HNA. Der aus Mittelhessen stammende Pfarrer, der in Marburg studiert hat, ist nach eigenem Bekunden ein Welleröder geworden. Er wird hier auch nach der Pensionierung im neu gebauten Eigenheim wohnen bleiben, das in diesen Tagen bezogen wird.

Der ausscheidende Pfarrer hat in Wellerode nicht nur das Evangelium verkündet, sondern ging dorthin, wo die Menschen sich treffen bei Vereinsterminen oder Veranstaltungen im Dorf.

Zurück bleibt auch die Erinnerung an seine Mitwirkung in der Laienspielgruppe „Söhreperlen“, für die er unzählige Rollen übernahm und so auch auf der Theaterbühne überzeugte. „Ich wollte immer einmal den jugendlichen Liebhaber spielen, man ließ mich aber nicht“, sagt Werner Pausch mit verschmitztem Lächeln. In die Amtszeit des Pfarrers fiel außerdem die große 650-Jahr-Feier Wellerodes vor 15 Jahren. Die Kirche erhielt eine neue Orgel, erbaut von dem bekannten Orgelbauer Gerhard Nöske aus Rotenburg (Fulda).

Höhere Weihen oder eine Karriere innerhalb der Landeskirche habe er nicht angestrebt, sagt der ausscheidende Seelsorger, der seine Meinung innerhalb der Kirche und auch überregional entschieden vertreten hat und sich „nirgendwo lieb Kind machen wollte“. Am 6. März bewirbt sich Werner Pausch übrigens für die SPD um einen Sitz in der Gemeindevertretung.

„Werner Pausch ist ein sehr guter Pfarrer und durchaus auch ein politischer Mensch“, sagt die Chefin des Kirchenkreises Kaufungen Dekanin Carmen Jelinek. Und weiter: Der jetzt aus dem Dienst ausscheidende Welleröder Kollege habe sich mit Erfolg auch für die gute Zusammenarbeit der Kirchengemeinden in der Söhre starkgemacht und im Kirchenkreis an schwierigen Entscheidungen aktiv mitgewirkt: „Wir verlieren eine Persönlichkeit mit Profil, seine Stimme hatte Gewicht“, sagte die Dekanin über ihren langjährigen Stellvertreter.

Die Gemeinde habe das große Engagement des Pfarrers, seine Gradlinigkeit und seinen Humor geschätzt, sagt Frauke Reis vom Kirchenvorstand. Das sieht Gemeindemitglied und Blechbläser Gerhard Werner genauso.

Werner Pausch will jetzt einmal ausruhen, sein neues Haus genießen, ein Buch lesen oder aufs Rad steigen. Über die Nachfolge entscheidet der Kirchenvorstand in Kürze.

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