25 Minuten bis zur Sporthalle

Unmut an der Herderschule: Schüler müssen lange Wege in Kauf nehmen

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Sporthalle Herderschule - Nora Pagel und Noah Topp (beide 19) bilden eine Fahrgemeinschaft um zur Olebachhalle zu kommen.

Kassel/Staufenberg. 25 Minuten - so lange dauert es ungefähr, um von der Herderschule in der Unterneustadt zur Olebachhalle am Eichwald zu kommen.

Das ist länger als jede Pause und ein Weg, den die Schüler des Oberstufengymnasiums seit Generationen auf sich nehmen müssen. Denn ihre eigene Einfelder-Sporthalle ist zu klein für 640 Schüler. Ändern wird sich an diesem Problem auch in naher Zukunft nichts, sagt der Landkreis als Träger der Schule.

„Die Situation ist suboptimal“, sagt Abiturient Noah Topp. Das Hauptproblem ist die Transferzeit. Schulpausen sind nicht darauf ausgelegt, so lange Strecken zwischen Stunden zurückzulegen. So fällt nicht nur die Pause weg, sondern auch ein Teil des Unterrichts: „Wir machen da teilweise nur eine Stunde Sport, obwohl es eigentlich 90 Minuten wären“. Viele der Abiturienten bilden Fahrgemeinschaften. „Dann kann man das in zehn Minuten schaffen“, sagt Noah. Deutlich länger dauert der Weg zu Fuß und mit der Bahn. Die Schüler müssen sich am Unterneustädter Kirchplatz in die Straßenbahn setzen, zur Haltestelle Leipziger Platz fahren und von dort zur Olebachhalle in Bettenhausen fahren.

Das beeinflusst mitunter auch die Sportkurswahl. „Vielleicht wähle ich dann eben nicht meinen Lieblingslehrer, weil ich sonst pendeln muss“, sagt Nora Pagel (19). Die Abiturientin gehört zu denen, die in diesem Schuljahr regelmäßig hin- und herfahren müssen. Sie weist auch auf ein anderes Problem hin: In der Olebachhalle hat die Herderschule nur sehr begrenzt Stauplatz. „Wir sollten selbst eine Sportstunde gestalten und das war dann schon schwierig.“ So pendeln dann mitunter nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch Materialien zwischen den beiden Sporthallen.

Der Grund: Die Sporthalle an der Herderschule ist alt und war ursprünglich nicht für diese Auslastung geplant. Das heißt, dass etwa ein Drittel der Schüler regelmäßig nach Bettenhausen fahren muss, erklärt Schulsportleiter Andre Schnegelsberg. Für eine Schule, die viel Wert auf Sport lege, sei die kleine und marode Halle ein besonders großes Problem. Eines, das größer wird. Denn: „Im kommenden Jahr haben wir elf elfte Klassen, so viel wie noch nie. Und sechs Sportleistungskurse“, sagt Schnegelsberg.

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