Die Berater des Landkreises helfen, Energiekosten zu senken

Soforthilfe gegen Stromfresser: Energie 2000 hilft beim Sparen

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Sagen Energiefressern den Kampf an: Die Stromsparexperten Jörg Klinkenberg (Zweiter von rechts) und Uwe Erbroth (rechts) wissen genau, an welchen Stellen Kosten gesenkt werden können. Michelle Hennemann und David Neyd haben sich nach einer Beratung einen neuen Kühlschrank angeschafft. Damit sparen sie jährlich 134 Euro Stromkosten.

Kreis Kassel. Michelle Hennemann aus Kassel war selbst überrascht, wie viel Strom ihr 20 Jahre alter Kühlschrank gefressen hat: 657 Kilowattstunden pro Jahr (KWh/a).

Im Vergleich dazu ihr neuer: nur 175 KWh/a. Eingesparte Stromkosten: 134 Euro pro Jahr. Und dabei hat der Kauf des neuen Gerätes keine 400 Euro gekostet. 150 Euro dafür bekam sie als Zuschuss vom Bund.

Hennemann, die mit ihrem Lebensgefährten David Neyd im Kasseler Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn lebt, hat es nicht bereut, den kostenlosen Stromspar-Check der Energieagentur im Landkreis Kassel, der „Energie 2000“, in Anspruch genommen zu haben. Sie und ihr Mann sind Hartz-IV-Empfänger und müssen jeden Euro umdrehen.

Vorher 90 Euro für Strom

Ewig hatten sie mit der Stromrechnung zu kämpfen: 90 Euro im Monat. „Eine Nachzahlung von 200 Euro steht noch an“, sagt Hennemann. Das alles sei schwer zu stemmen bei einem Hartz-IV-Regelsatz von 399 Euro, bei dem nur 38 Euro fix für die Stromkosten eingerechnet sind.

Und so half der Zufall, als sie im November von einem Mitarbeiter der Energie 2000 angesprochen wurde. Sie vereinbarte einen Termin, kurze Zeit später kam ein Sparberater vorbei, machte alle Strom- und gleichzeitig auch Wasserfresser in der Wohnung ausfindig - und teilte kurz danach mit, was zu tun ist.

Auch Kleinigkeiten lohnen

„Und dazu zählte eben auch die Entsorgung des alten Kühlschranks“, sagt Hennemann. Andere Soforthilfen kamen hinzu wie LED-Stromparlampen, neue Steckerleisten, Zeitschaltuhren sowie diverse Wassereinsparer in Küche und Bad. „Alles in allem entspannt sich unsere finanzielle Situation deutlich“, sagt Hennemann. Zu den eingesparten 134 Euro Kühlschrank-Stromkosten kämen noch einmal 148 eingesparte Euro bei Strom und Wasser hinzu.

Hennemann ist die 1000. Kundin, die eine Energieberatung in Anspruch genommen hat. Das Projekt läuft im Landkreis Kassel seit 2009 und in der Stadt Kassel seit 2014. „Das Programm ist ein Glücksgriff für alle Beteiligten“, sagt Berater Jörg Klinkenberg von der Energie 2000. „Die Stromkunden sparen Geld, die Umwelt wird in Sachen Kohlendioxid entlastet und auch unsere sechs geschulten Energiesparberater - alles ehemalige Langzeitarbeitslose - haben wieder eine Perspektive.“

Profitieren würden letztlich auch die Stromanbieter. Denn säumige Kunden seien teuer. Tatsächlich müsse jedes Jahr bei großem Verwaltungsaufwand viel Geld abgeschrieben werden, weil Stromrechnungen nicht gezahlt werden können. „Dann lieber die finanzschwachen Kunden über die Energiesparberatung entlasten, um damit die Zahlungsfähigkeit zu erhöhen“, sagt Klinkenberg. „Aber auch die Kommunen sparen, weil sie es sind, die die Wasser- und Heizkosten von Hartz-IV-Beziehern tragen“, ergänzt Uwe Erbroth, Fachberater der Stadt Kassel.

Ansprechpartner für den Stromspar-Check sind die "Energie 2000" mit Sitz in Wolfhagen, Tel. 05692 / 98 73 209, sowie das Umwelthaus in Kassel, Tel. 0561/7399928.

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