So kann das Dorf aufblühen

Studenten der Uni Kassel machen Vorschläge zur Aufwertung Eiterhagens

Dorfleben auf einem Faltblatt: Joana Brokamp (von links) und Annabelle Winter präsentierten den Senioren-Flyer. Fotos: Dilling
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Dorfleben auf einem Faltblatt: Joana Brokamp (von links) und Annabelle Winter präsentierten den Senioren-Flyer.

Söhrewald. Eine Reihe von Leerständen, sanierungsbedürftige Fachwerkhäuser, kein Lebensmittelmarkt und eine Landesstraße, die den Ort in zwei Teile schneidet: Eiterhagen hat viele Schwachstellen, die sich im Zeichen einer älter werdenden Bevölkerung noch verschlimmern können.

Doch der Niedergang ist nicht zwangsläufig: Vorschläge von Studierenden der Universität Kassel zu einer Aufwertung des Dorfes sind auf große und positive Resonanz gestoßen. 120 Bürger verfolgten kürzlich die Präsentation der Pläne im Dorfgemeinschaftshaus. „Das soll nicht alles Papier bleiben“, sagte Peter Harz (SPD), Gemeindevertretungsvorsitzender.

Pluspunkt des Ortes ist nach Ansicht der Studierenden des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) da aktive Dorfleben. Es gebe viele Angebote wie den Dorfservice, den Seniorentreff und den Gesangverein, die nur besser bekannt gemacht werden sollten, sagten Joana Brokamp und Annabelle Winter.

Sie haben einen Info-Faltblatt für ältere Bewohner konzipiert, das die Gemeinde Söhrewald bereits hat drucken lassen. Ein weiterer Flyer mit Angeboten für junge Leute solle bald folgen, kündigte Bürgermeister Michael Steisel gegenüber der HNA an.

Steisel findet auch die Ideen der Studierenden, die unter Leitung von Professor Alexander Eichenlaub und Diplom-Ingenieur Thomas Pristl vor Ort rechechierten, zum Umfeld des „Haus des Gastes“ (Pizzeria da Vinci) spannend. Die Umwandlung des alten Minigolf-Platzes in eine Streuobstwiese und die Schaffung eines Zugangs zum Bachlauf der Mülmisch gehören dazu.

Obwohl laut Eichenlaub viel in „Selbsthilfe“ möglich ist, sind andere Ideen nicht so leicht umsetzbar. Das gilt beispielsweise für den Kreuzungsbereich der Landesstraße, der nach Ansicht der Studierenden zugunsten der Fußgänger umgebaut werden sollte. „Da müssen wir erst einmal mit Hessen-Mobil reden“, sagte Steisel gegenüber der HNA,

Sascha Hilbig

Skeptisch steht er dem Vorschlag einer Dorfakademie gegenüber, den der Student Sascha Hilbig mit einem Kommilitonen auf den Tisch legte. „Es gibt viele Angebote in Eiterhagen, sie sind aber verstreut. Es geht darum, einen zentralen Punkt zu schaffen“, sagte er.

Hilbig hat dabei das ehemalige, leerstehende Seniorenheim an der Lindenstraße im Blick. Es könnte zur neuen Mitte Eiterhagens mit Mittagstisch, Kursangeboten und kleinen Läden werden und als Aufbruchsignal für die Dorferneuerung dienen.

Das würde aber viel Geld kosten, das die Gemeinde nicht hat. Es sei jedoch schon positiv zu bewerten, dass der neue Eigentümer des Fachwerkhauses eigens aus Stuttgart angereist sei, um sich die Vorschläge der Studierenden anzuhören, sagte Steisel. (pdi)

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