Suedlink-Planung: Stromtrasse führt wohl durch den Landkreis Kassel

Kreis Kassel. Die Stromleitungen mit riesigen Masten auf einer Energieautobahn von Nord- nach Süddeutschland sind vom Tisch. Es laufen die Untersuchungen für Stromtrassen mit Erdkabeln.

Doch mit dem Fortschritt der Planung (bis 2025) häufen sich wieder die Fragen der Menschen in unserer Region nach dem Verlauf der Kabeltrassen. Vorgabe der Bundesnetzagentur an den Vorhabenträger Tennet ist zunächst die Gradlinigkeit. Eine genaue Verlaufsvariante gibt es noch nicht.

Die Seudlink-Leitung von Brunsbüttel an der Elbe nach Großgartach in Baden-Württemberg durchschneidet bei einem komplett geradlinigen Verlauf den Landkreis Kassel. Das Erdkabel würde aus dem Raum Warburg kommend irgendwo westlich an Kassel vorbeilaufen. Auch das Wolfhager Land und die Kommunen Zierenberg, Habichtswald, Baunatal und Schauenburg könnten wieder - wie bei den Plänen für eine Freilandleitung - betroffen sein.

Zweite Leitung

Die zweite Suedlink-Leitung von Wilster an der Elbe nach Grafenrheinfeld in Bayern wird parallel geplant. Diese würde knapp westlich vorbei an Göttingen führen.

Einen detaillierten Trassenverlauf gebe es für beide Suedlink-Leitungen derzeit noch nicht, erläutert Tim Wiewiorra vom Bürgerdialog Stromnetz in Kassel. „Es gibt lediglich das Gebot der Gradlinigkeit.“ Der Vorhabenträger Tennet plane mit einem zwischen 500 Meter und einem Kilometer breiten Trassenkorridor.

Diskutiert wird derzeit auch über eine sogenannte Stammleitung. Das könnte bedeuten, so Wiewiorra, dass die beiden Suedlink-Leitungen in einem Teilabschnitt auf einer einheitlichen Trasse geführt werden. Dafür sei bereits ein „politischer Wunsch“ zu erkennen.

Tennet lege gerade die Kriterien fest, wonach man von der Gradlinigkeit abweichen könnte, sagt Wiewiorra weiter. Umwege könnte es etwa geben aufgrund von Wohnbebauung, Naturschutzgebieten und anderen Raumhindernissen.

„Grobe Leitlinien“

Die Bundesnetzagentur habe Tennet nur sehr grobe Leitlinien vorgegeben, sagt Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens auf Anfrage. Einzelheiten zum aktuellen Stand der Planungen konnte das Unternehmen am Freitag aber nicht liefern.

Der Bürgerdialog Stromnetz, der im staatlichen Auftrag über den Ausbau der Stromnetze in Deutschland informiert, geht jedenfalls davon aus, dass die Kriterien für die Planung der Trassen im Sommer von Tennet vorgelegt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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