Unerwarteter Geldsegen

168.000 Euro aus Brüssel für die Kaufunger Stiftskirche

Historisch wertvoll: Auf unserem Bild sieht sich Peter Nissen, Chef des Servicezentrums der Regionalförderung beim Landkreis Kassel, den gewölbeartigen Paradies-Raum unterhalb der Kaiserempore an. Fotos: Wohlgehagen

Kaufungen. Gute Nachricht für die Stiftskirche: Aus europäischen Fördermitteln werden 168.000 Euro für den Ausbau eines Kulturraums unterhalb der Kaiserempore bereitgestellt.

Der gewölbeartige Raum im Bereich des ehemaligen Haupteingangs der Kirche - das sogenannte Paradies - sei bisher als Abstell-Lager genutzt worden. „Im Zuge der Kirchensanierung soll dieser Raum wieder in sein historisches Erscheinungsbild zurückgebracht werden“, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD) während der Übergabe der Förderzusage in der Stiftskirche. Die Gesamtkosten für die Erneuerung des wertvollen Raums betragen rund 335.000 Euro. Noch im August hatte der Förderverein eine Absage für das dringend benötigte Geld aus Brüssel erhalten.

Lexikonwissen:

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„Die Kirche gehört zu den herausragenden Bauwerken im Landkreis Kassel“, sie sei ein echter Anziehungspunkt auch für Touristen. Er freue sich deshalb, dass es dem Servicezentrum für Regionalentwicklung gelungen sei, noch freie europäische Mittel aus anderen hessischen Regionen für dieses Projekt zu nutzen, sagte Uwe Schmidt.

„Ich bin über den Zuwendungsbescheid richtig beglückt“, so die Vorsitzende des Fördervereins Stiftskirche, Carmen Jelinek. Der für kulturelle Zwecke und kleinere Veranstaltungen vorgesehene Raum gehöre zur Stiftskirche. Er soll einen separaten Zugang erhalten und durch eine Glasverbindung einen Blick in das Gotteshaus ermöglichen, erläuterte die Dekanin.

Und weiter: Für die Finanzierung seines Eigenanteils habe der Förderverein bereits 50.000 Euro zurücklegen können. Auch die Kirchengemeinde wolle helfen, aber es fehle mindestens noch ein Anteil in gleicher Höhe, „für den ich auf weitere Spenden hoffe“, sagte die Dekanin der HNA.

Unterdessen gehen die Sanierungsarbeiten im Inneren und Äußeren des Gotteshauses weiter. Der Kirchenboden, der samt Heizung erneuert werden soll, wurde komplett herausgenommen.

Große Probleme macht eine Dämmschicht aus Kork unter dem Estrich, die unter hohen Sicherheitsvorkehrungen für die Bauarbeiter noch entfernt werden muss. Auch im südlichen Außenbereich gleicht die Stiftskirche wieder einer Großbaustelle.

Hier sind Sanierungsfachleute im Einsatz, um das Mauerwerk auf einer Länge von mehr als 100 Metern vor eindringendem Regenwasser zu schützen. Die Mittel für die bis zum Jahresende andauernde Sanierung einschließlich der Fußboden-, Elektro- und Sanitärarbeiten im Inneren werden von der Evangelischen Landeskirche und der althessischen Ritterschaft gemeinsam bereitgestellt, sagte die Dekanin abschließend.

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