Schüler der Gesamtschule Fuldatal sahen Film „Vierzehn“ – Anschließend Diskussion mit Regisseurin

„Es war unheimlich berührend“

Waren vom Film begeistert: Katharina Barba (hinten von links), Annette van Dyck-Hemming, Martin Zühlsdorf, Christine Sauer, Cornelia Grünberg, Ugur Yalcin, Julia Büchling, Sigrid Malirsch, Alexander Bock (vorne von links), Dominik Duttine, Beritan Fidan und Marina Noorzi. Foto:s Thöne

Fuldatal. Mit 14 schwanger. Das ist für die meisten Schüler des 9. Jahrgangs der Gesamtschule Fuldatal unvorstellbar. Genau so erging es aber den vier Jugendlichen Steffi, Laura, Fabienne und Lisa. Sie wurden im Alter von 14 Jahren ungeplant schwanger und entschieden sich dafür, das Kind zu behalten.

Diese vier Mädchen hat Regisseurin Cornelia Grünberg zwei Jahre begleitet. 250 Stunden Filmmaterial wurden gedreht. Daraus entstanden ist ihr erster Dokumentarfilm mit dem Titel „Vierzehn“.

Im Rahmen des Religionsprojekttages hatten 108 Schüler des Jahrgangs 9 die Möglichkeit, den Film von Grünberg zu sehen und anschließend mit der Regisseurin zu diskutieren. „Vierzehn“ kam bei den Jugendlichen gut an. Während der Vorstellung sei es im Saal oft mucksmäuschenstill gewesen, sagt Sigrid Malirsch vom Sozialdienst katholischer Frauen. Auch sie war bei der Vorstellung dabei und ist von dem Film beigeistert: „Ich musste weinen. Es war unheimlich berührend.“ Vor allem die Jungs seien bei der Geburtsszene ganz ruhig geworden, berichtet Religionslehrer Martin Zühlsdorf.

Eine Menge Applaus

Nach der Vorführung gab es für den Film eine Menge Applaus. „Das machen sie sonst nicht“, erzählt Bettina Probstmeyer, die das Fach Religion an der Gesamtschule unterrichtet. „Denen hat der Film was gegeben, er hat sie berührt.“

In der Diskussionsrunde wollten die Schüler dann wissen, ob die vier Mädchen für den Film Geld bekommen haben. „Das ist ein Tabu und wäre Bestechung“, erklärte Grünberg. Im Laufe des Gesprächs kam auch die Frage auf, was die Jugendlichen an dem Film berührt hat. Besonders das Schicksal der jungen Mutter Fabienne, deren Baby lange im Krankenhaus bleiben musste, ging vielen Schülern nahe. „Ich fands immer schrecklich, wenn die Babys geschrien haben“, sagte ein Junge aus dem Publikum.

Das Thema Teenager-Schwangerschaft wird an der Gesamtschule Fuldatal ernst genommen. So können Schüler für vier Tage einen Baby-Simulator ausleihen. Die Puppen haben ein Computerinnenleben und verhalten sich wie ein neugeborenes Baby. Jeweils zwei Jugendliche kümmern sich 24 Stunden am Tag um das Kind. Das kann ganz schön anstrengend sein.

Der 15-jährige Alexander Bock kann sich nicht vorstellen jetzt schon Vater zu sein. Den Film fand er gut. Beeindruckt hat ihn vor allem, „dass die Mädchen nie ihren Glauben verloren haben, dass sie es schaffen, das Kind großzuziehen.“

Die Regisseurin hat die vier Mädchen erneut besucht. Zur Zeit dreht sie mit ihnen. Die jungen Mütter sind jetzt volljährig. Grünberg plant für 2014 einen neuen Dokumentarfilm. Dann mit dem Titel „Achtzehn“.

Von Nina Thöne

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