Vellmar: SPD boxte Rathaussanierung durch

Marodes Gebäude: Wegen diverser Mängel muss das vierzig Jahre alte Gebäude unter anderem von der Schadstoffbelastung befreit werden. Foto: Wewetzer

Vellmar. Nach langem Hin und Her, vielen oft hitzigen Diskussionen und einem Bürgerentscheid hat das Stadtparlament nun endlich den Beschluss für die Sanierung des Rathauses in Vellmar gefasst.

Losgehen wird es nach aktuellem Planungsstand im dritten Quartal des kommenden Jahres. Wie unterschiedlich die Meinungen zur Rathaussanierung sind, zeigt auch das Abstimmungsergebnis der Sitzung am Montagabend im Bürgerhaus Vellmar-West. Die Fraktionen von CDU und Grünen hatten gegen die Sanierung des vierzig Jahre alten Gebäudes gestimmt. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament konnte die SPD-Fraktion den Beschluss aber durchsetzen.

Während Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) die konstruktive Arbeit der Kommission lobte und noch einmal auf die Dringlichkeit des Beschlusses wegen des mangelnden Brandschutzes und des hohen Energieverbrauchs hinwies, äußerte die Opposition noch einmal ihre Bedenken. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Elvira Ziegler sprach sich für einen Neubau aus: Da das Rathaus terrassenförmig gebaut ist, könne das zweite Treppenhaus nur in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Treppenhaus gebaut werden. „Im Idealfall werden aber Fluchtwege an den jeweils äußeren Enden eines Gebäudes geplant“, argumentierte sie. Ebenfalls problematisch sei die geplante Raumbelüftung. Büros müssten auch künftig über Fenster gelüftet werden. Das bereite der CDU aufgrund immer heißer werdender Sommer und wegen des raumlufthygienischen Aspekts Sorgen. „Unter Abwägung des gesamten Konzeptes und der Kosten, besonders aber wegen der beiden Sanierungsprobleme gelangte die CDU am 10. Dezember zu dem Schluss, für einen Neubau zu plädieren.“

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Siegfried Kopperschmidt sprach sogar von einem „SPD-Eintopfessen“. Es sei zwar eine Kommission eingesetzt worden, die SPD habe aber ihre Mehrheit im Gremium benutzt, um Entscheidungen im Verborgenen zu realisieren. Die Grünen stünden zur energetischen Sanierung, aber die Pläne zum Abriss der Foyer-Treppe und die Gestaltung von hellen großen Räumen hätten nichts mehr mit Klimaschutz zu tun. Des Weiteren kritisierte Kopperschmidt, dass seinerzeit kein „unabhängiger Gutachter“ beauftragt worden sei.

„Wir müssen jetzt handeln und sollten nicht noch ein Fass aufmachen“, kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Trust die Redebeiträge von CDU und Grünen. Die Arbeitsgemeinschaft Rathaussanierung habe im vergangenen Jahr stets transparent gearbeitet. Aber die SPD sei es gewohnt, dass die CDU zwei Tage vor der Parlamentssitzung neue Argumente vorbringe. Ziegler (CDU) betonte daraufhin noch einmal, dass sich der raumlufthygienische Aspekt erst bei einem kürzlich geführten Gespräch mit den Planern ergeben habe.

Von Alia Shuhaiber

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