Bahn investiert Millionen in Neubau der Überführung in Vellmar

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Unmittelbar neben der alten Eisenbahnüberführung am Obervellmarer Sportplatz entsteht eine neue Betonbrücke, die nach Fertigstellung links neben dem jetzigen Bauwerk in den Bahndamm eingebaut werden soll. 

Vellmar. Rund drei Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn in den Bau einer neuen Eisenbahnüberführung an der Vellmarer Günterslohe. Jetzt wird ein weiteres Bauvorhaben am Sportplatz Obervellmar in Angriff genommen.

Bereits Ende Januar hatte die Eschweger Firma Beck-Bau die Baustelle auf dem Gelände des ehemals ersten Obervellmarer Freibades eingerichtet und den Bahndamm stabilisiert.

Eine Sandsteinplatte an der Brücke erinnert an die Unwetterkatastrophe, die in Obervellmar am 8. Juli 1853 große Schäden verursachte.

Da die Brücke zwischen der Heckershäuser Straße und dem Sportplatz seit fast 170 Jahren von Zügen befahren wird, entspricht die Bahnüberführung nicht mehr den Anforderungen des Eisenbahnverkehrs. Darüber hinaus haben Lastwagen und Versorgungsfahrzeuge beim Durchfahren der relativ schmalen Rundbogenbrücke Probleme. Derzeit entsteht in unmittelbarer Nähe der alten Brücke ein Fundament, auf dem eine komplett neue Kastenbrücke gebaut wird. Nach deren Fertigstellung soll dieser über 1000 Tonnen schwere Koloss an die Stelle geschoben werden, an der die neue Überführung künftig stehen soll. Eine Maßnahme, wie sie in ähnlicher Form bereits 2011 an der Brückenstraße erfolgreich durchgeführt wurde. 

An der 1848 erbauten Rundbogenbrücke befinden sich Hochwassermarkierungen, die an eine Unwetterkatastrophe erinnern. Am 8. Juli 1853 gab es Dauerregen und so starken Hagelschlag, dass die Obervellmarer Bäche anschwollen und ein Hochwasser im Dorf große Schäden anrichtete. So jedenfalls steht es auf einer großen Steinplatte, die am Portal der Brücke angebracht wurde. Dass diese Erinnerungstafel auch an der neuen Brücke wieder einen Platz findet, wünscht sich Karl-Heinz Gauler, Vorsitzender des Vellmarer Geschichtskreises. Zu viele Spuren seien in Vellmar bereits abhandengekommen, da müsse man die letzten Exponate für die Nachwelt erhalten, meint der Heimatforscher.

Das neue Brückenbauwerk könnte, wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen, Ende des Jahres fertig sein.

Von Werner Brandau

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