Hunderte Besucher drängelten sich an 140 Stände

Basar in Vellmar: Reitsachen waren der Renner

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Neueinsteigerin im Gebrauchtwarengeschäft: Melanie Steinfest aus Fuldatal (links) verkaufte beim großen Kindersachenbasar in der Mehrzweckhalle unter anderem die Inlineskates ihrer Tochter, über die sich Carmen Elberfeld aus Kassel freute.

Vellmar. Ähnlich wie der Hype ums neue iPhone ist das Gerangel um einen Tisch beim großen Kindersachenbasar in Vellmar: Die Mütter haben zwar nicht vor der Mehrzweckhalle Frommershausen gecampt, als Anfang August die Verkaufsstände vergeben wurden.

Im Schnitt eine Stunde, „manche sogar bis zu zweieinhalb“, wie Veronica Kosztor vom 17-köpfigen Organisationsteam weiß, hatten die Frauen aus Vellmar und Umgebung dennoch gewartet, um einen der rund 140 Tische zu ergattern, auf denen sie jetzt gebrauchte Autositze, Winterjacken und Kuscheltiere ihrer Kinder anbieten.

Bisher an Freunde abgegeben

„In diesem Jahr hatten alle Wartenden Glück, wir mussten niemanden abweisen“, sagt Veronica Kosztor. Doppelt Glück hatten Melanie Steinfest aus Fuldatal-Ihringshausen und Michaela Dilcher aus Vellmar. Die beiden Freundinnen erwischten zwei Stände direkt nebeneinander: „Das ist mein allererster Basar, und ich bin völlig begeistert. Bisher habe ich die Kindersachen immer an Freunde abgegeben“, so die 40-Jährige, während sie die Kapuzenjacken, Jeansröcke und T-Shirts ihrer neun Jahre alten Tochter Antonia immer und immer wieder übereinanderstapelt. Dass die laut Organisatoren insgesamt mehrere Hundert Besucher sie alle paar Minuten wieder durcheinanderbringen – geschenkt.

„Ich bin mit vollem Herzen dabei. Den gestrigen Abend haben meine Mutter und ich damit verbracht, alle Kleidungsstücke sorgfältig zu sortieren und zu etikettieren“, sagte Melanie Steinfest. Preisschilder, eine Kleiderstange, auf der sie zum Beispiel Mäntel übersichtlich präsentiert, Wechselgeld und sogar Tüten: Die Finanzbuchhalterin hatte an alles gedacht, was das Kundenherz begehrt. Und das war laut Melanie Steinfest vor allem Reitkleidung. „Die Reitsachen meiner Tochter waren als Erstes weg. Auch ich habe nach einer Reithose in Größe 140 für Antonia gesucht – aber für die älteren Kinder war die Auswahl heute nicht ganz so groß.“

Bei ihr fündig wurde hingegen Carmen Elberfeld aus Kassel. Sie erstand Antonias Inlineskates für ihre vierjährige Tochter Johanna – ohne zu feilschen. „Meine Erfahrung heute ist, dass die Leute gern bereit sind, die ausgewiesenen Preise zu zahlen. Viele der Kunden wissen schließlich, wie viel die Sachen neu gekostet haben“, sagt Melanie Steinfest. Räumt dann aber ein: „Nur die einmal getragenen Kommunionsschuhe, für die ich noch 20 Euro haben will, sind vielen wohl zu teuer.“ Das sei aber nicht schlimm, an ihnen hänge ihr Herz. „Bevor ich sie verscherbele, behalte ich sie lieber.“

Hintergrund: Erlös kommt Kitas und Hort zugute

Der Erlös des 14. großen Kindersachenbasars der Stadt Vellmar soll laut Veronica Kosztor vom Organisationsteam auch in diesem Jahr den Kindertagesstätten und dem Hort in Vellmar zugutekommen. Kindersachen, die nicht verkauft worden waren, konnten im Anschluss der Kirchengemeinde Sankt Joseph in Kassel gespendet werden, die diese an Bedürftige verteilen will. Zahlreiche Eltern hatten Kuchen gebacken, die während des Basars von vielen fleißigen Helfern verkauft wurden. Für die Unterstützung bedankten sich die Organisatoren bei der Stadt Vellmar und allen Ehrenamtlichen. Der nächste Basar findet am Sonntag, 12. März, von 10 bis 13 Uhr in der Mehrzweckhalle Frommershausen statt. 

Mehr Infos zum Basar: www.basar-vellmar.de

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