Die ersten Öfen stehen schon

Bald türkische Backwaren im ehemaligen Fressnapf in Niedervellmar

Stolze Besitzer: Dilek und Mustafa Yenigül haben die ehemalige Fressnapf-Filiale in Niedervellmar erworben, um von dort aus selbst hergestellte anatolische Backwaren zu verkaufen. Auch die Schaufenster wurden im Zuge der Umbauarbeiten ausgetauscht. Fotos: Rogge-Richter

Vellmar. Es tut sich was am Anfang der Triftstraße in Niedervellmar: Von der ehemaligen Fressnapf-Filiale wurde jetzt die komplette Schaufensterfront ausgetauscht.

Während Handwerker die Reste der Inneneinrichtung herausreißen, glühen zwei von insgesamt drei Backöfen schon mal zur Probe vor. Sie geben bereits einen Hinweis auf die künftige Nutzung der rund 500 Quadratmeter großen Immobilie, die jahrelang leer stand. Der in Vellmar lebende Unternehmer Mustafa Yenigül hat das Gebäude inklusive der 15 Parkplätze an der Bundesstraße 83 erworben, um von hier aus seine anatolischen Backwaren zu verkaufen.

Umbau hat begonnen: Die ersten Öfen für die Bäckerei wurden bereits angeliefert.

„Ich hoffe, dass die Umbauarbeiten Ende des Jahres fertig sind“, sagt Yenigül. Von seinem derzeitigen Hauptsitz an der Kasseler Straße in Niedervellmar liefern Yenigül und seine rund zehn Mitarbeiter die selbstgebackenen Waren an verschiedene nordhessische Lebensmittelmärkte und Kantinen bis nach Paderborn in Nordrhein-Westfalen. „Mit unseren drei Lieferwagen versorgen wir insgesamt über 70 Kunden - davon mehr als elf Rewe-Märkte, Imbisse, die Kantine des Mercedes-Benz Werks Kassel sowie verschiedene Cafeterien in Kassel wie die des Goethe-Gymnasiums, der Max-Eyth- und unter anderem der Elisabeth-Knipping-Schule“, zählt Yenigül auf.

Zu den Spezialitäten, die der Unternehmer von seinen Mitarbeitern nach Rezepten aus seiner türkischen Heimat backen lässt, gehören gefüllter Blätterteig, die türkische Pizza Lahmacun, Pide - eine Art Fladenbrot aus Hefeteig - und unter anderem Fladenbrot für Döner Kebap. „Am Altmarkt habe ich 1984 die erste türkische Bäckerei Kassels eröffnet. Für meinen Börek-Teig bin ich zum Beispiel berühmt“, sagt Yenigül und lächelt stolz.

Viele Jahre hätte er den Wunsch nach einem neuen Firmensitz gehegt. Er habe stets großes Interesse an dem Gebäude gehabt, in dem sich ursprünglich ein Aldi-Markt befand, bevor es an die Fressnapf Tiernahrungs GmbH vermietet wurde. „Es gehörte der Stiftung, die das Vermögen des Handelsunternehmens Aldi verwaltet - sie hätte die Immobilie gern erneut vermietet.“ Das gefiel Yenigül jedoch nicht: „Ich wollte das Gebäude kaufen. Ein Jahr habe ich mit den Besitzern verhandelt, seit 2012 gehört es mir.“

Die Pläne, die er geschmiedet hat, werden seit Mai dieses Jahres von verschiedenen Firmen in die Tat umgesetzt. „Ich hatte bisher noch keine Verkaufsstelle. Hier möchte ich ein etwa 90 Quadratmeter großes Café eröffnen, in dem wir voraussichtlich ab Frühjahr 2017 türkische Backwaren anbieten wollen“, sagt Mustafa Yenigül. Des Weiteren wolle er später eine zweite Etage für Wohnungen auf das Flachdach des Gebäudes setzen.

Von Sarah Rogge-Richter

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