Keine Flüchtlingsunterkunft geplant

Ehemaliger Max-Bahr-Markt in Vellmar steht noch immer leer 

Gähnende Leere: Seit Februar 2014 steht der ehemalige Max-Bahr-Markt an der Holländischen Straße in Vellmar schon leer. Die Stadt Vellmar weiß nicht einmal, wer der derzeitige Eigentümer der Immobilie ist. Foto: Schippers

Vellmar. Schon seit Februar 2014 steht der ehemalige Max-Bahr-Markt in Vellmar leer. Gerüchte, dass Flüchtlinge in dem Gebäude an der Holländischen Straße untergebracht werden sollen, haben sich bislang nicht bestätigt.

Laut Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) ist die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in dem ehemaligen Baumarkt auch derzeit kein Thema. „Nach wie vor steht - in Abstimmung mit dem Landkreis Kassel und dem Land Hessen -, dass dort keine Flüchtlinge untergebracht werden. Wenn in dieser Hinsicht etwas passiert, wären wir die Ersten, die das erfahren würden“, sagt der Rathauschef auf Anfrage der HNA.

Manfred Ludewig

Wie das leer stehende Gebäude, das im Jahr 2006 eingeweiht wurde, stattdessen genutzt werden soll, weiß Ludewig nicht. „Mir ist nichts bekannt über die weitere Nutzung und Planung.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Stadt derzeit keinen Ansprechpartner in Hinblick auf Planungen für das Gebäude auf dem Gelände an der Berliner Straße hat. „Wir wissen nur, dass der Markt im Zuge der Insolvenz von Max Bahr an eine Investorengesellschaft in München veräußert wurde. Im Oktober oder November vergangenen Jahres hat die das Gebäude ebenfalls wieder veräußert“, so Ludewig. Die Gesellschaft in München stehe demnach nicht mehr als Ansprechpartner zur Verfügung, der neue Besitzer sei unbekannt.

Auch über die Insolvenzverwaltung ist nichts über den Käufer zu erfahren. Wie die Hamburger Presseagentur Schellenberg & Kirchberg, die die Öffentlichkeitsarbeit für den Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann macht, auf Anfrage der HNA mitteilte, sind alle ehemaligen Max-Bahr-Märkte verkauft, doch könne man die Käufer nicht nennen. „Sie möchten auch nicht genannt werden“, so Sprecherin Nina Jaspert. Um den neuen Eigentümer des Vellmarer Marktes ausfindig zu machen, plant Bürgermeister Ludewig nun, das Grundbuch einzusehen. Denn auch die Stadt Vellmar hat ein Interesse daran, dass das leer stehende Gebäude schnellstmöglich wieder mit Leben gefüllt wird. „Alles andere als Leerstand ist positiv“, so Ludewig.

Doch gibt es gewisse Grenzen bei der künftigen Nutzung: Der Bebauungsplan sieht die Nutzung als Baumarkt vor. Wenn eine andere Branche sich dort niederlassen will, müsste dafür vorher eine Genehmigung im Rathaus eingeholt werden, erklärt Ludewig, signalisiert aber zugleich Offenheit für neue Nutzungsmodelle. Allein den Einzelhandel schließt der Rathauschef aus. „Das würde den zentrenrelevanten Strukturen, also beispielsweise Bäckern und Fleischern in der Stadtmitte, schaden.“

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