Gerald Herber verabschiedet sich nach 44 Jahren Kommunalpolitik in Vellmar

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Großes Engagement: Der Vellmarer Stadtverordnetenvorsteher Gerald Herber gibt sein Amt zum 31. März ab.

Vellmar. Wie viele Stunden sich Gerald Herber ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert hat, kann der Sozialdemokrat nach 51 Jahren Parteizugehörigkeit nicht beziffern.

Dass es etliche Tausend gewesen seien müssen, ist aber nicht von der Hand zu weisen. „Es gab Zeiten, in denen es drei bis vier Stunden täglich gewesen sind“, sagt der 77-Jährige. Doch als Belastung hat er dieses herausragende Engagement nie empfunden: „Mir hat die ganze Arbeit großen Spaß gemacht.“ Unterstützt wurde er dabei immer von seiner Frau Ilse, die sein Engagement über Jahrzehnte mitgetragen hat.

Sie begleitete ihn zu den vielen Abendveranstaltungen, die er als Repräsentant der Stadt wahrnahm. Und auch an den Wochenenden auf den Sportplätzen war sie immer an seiner Seite. „Fußball hat sie nicht interessiert, aber sie ist immer zu den Spielen mitgekommen“, erzählt der Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Fairness hat Herber sowohl in der Politik als auch auf dem Fußballplatz immer großgeschrieben. Der pensionierte Polizist kickte, bis er 40 war, als Vorstopper und Libero für den VfL Kassel in der Landesliga. Der große und konditionsstarke Abwehrspieler stand bei Ecken und Freistößen immer im Strafraum und erzielte viele Kopfballtore. Später trainierte Herber die hessische Polizeiauswahl und wurde mit ihr sogar zweimal deutscher Meister.

Wenn man Herber heute fragt, welche Momente ihm in besonderer Erinnerung geblieben sind, fällt ihm die Entscheidung nicht schwer: „Eine Herzensangelegenheit war die Arbeit als Erster Stadtrat.“ Auch die Städtepartnerschaften mit Bewdley (England) und Zell am See (Österreich) pflegte er stets. „Wir waren oft in England, da haben sich Freundschaften entwickelt“, erzählt Herber, der sich 2006 zum Stadtverordnetenvorsteher der ließ.

Im Alter von 33 Jahren wurde Herber erstmals in das Stadtparlament gewählt. Seitdem hat er zehn Wahlperioden begleitet. Er war in diversen Ausschüssen und Kommissionen tätig wie dem Zweckverband Raum Kassel (ZRK), der Brandschutzkommission und dem Gasversorgungszweckverband. Zeitweise war er sogar „doppelter Präsident“. Herber war 26 Jahre Mitglied im Kreistag. Von 1999 bis 2011 übernahm er das Amt des Kreistagsvorsitzenden.

Erst kürzlich ist Herber mit der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung der SPD, für sein großes Engagement ausgezeichnet worden. Mit 77 Jahren will sich Gerald Herber nun aus der Kommunalpolitik zurückziehen.

Sein Amt als Stadtverordnetenvorsteher endet mit der konstituierenden Sitzung am 31. März nach der Kommunalwahl.

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