Junge Flüchtlinge ziehen ins ehemalige Vabia-Haus in Niedervellmar

Fachwerkhaus als Flüchtlingsunterkunft: Ins ehemalige Vabia-Haus in Niedervellmar werden voraussichtlich bis spätestens Mai nächsten Jahres bis zu zehn männliche Jugendliche einziehen. Fotos: Dilling

Vellmar. Bis zu zehn unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, wohl ausschließlich Jungen, werden spätestens Anfang Mai kommenden Jahres in das ehemalige Vabia-Haus an der Ihringshäuser Straße 2 in Niedervellmar einziehen.

Das kündigte Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel, während einer Informationsveranstaltung im Vabia-Jugendtreff an.

Das Vabia-Haus gehört der Diakonie, seitdem diese die Aufgaben des ehemaligen, vor drei Jahren aufgelösten Jugendhilfe-Vereins übernommen hat. Bei den rund 50 Besuchern wurde die Nachricht von der neuen Flüchtlingsunterkunft ganz überwiegend positiv aufgenommen.

Der Landkreis Kassel habe die Diakonie bei der Suche nach Unterkünften um Hilfe gebeten, sagte Bechtel. Die meisten Räume im Vabia-Haus würden ohnehin nicht genutzt. Bis Ende März solle das Gebäude im Innern umgebaut werden. Die Baugenehmigung liege bereits vor. Es würden Ein- und Zweibettzimmer, ein Gemeinschaftsraum und eine Küche eingerichtet. An der Fassade müsse kaum etwas gemacht werden. Die Jugendlichen würden rund um die Uhr sozialpädagogisch betreut, kündigte Sabine Scherer, Leiterin des Fachbereichs Jugend beim Landkreis, an.

Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig zeigte sich optimistisch. Es gebe bereits eine Jugendgruppe mit Flüchtlingen in Vellmar. „Da habe ich nichts Negatives gehört. Wir haben auch einen hervorragenden Unterstützerkreis“, sagte er. „Je besser man die Einrichtung im Dorf aufstellt, desto weniger Probleme hat man hinterher. Was können wir tun?“, fragte Horst Schönewolf von der Kirchengemeinde Niedervellmar. Die Flüchtlinge erst einmal ankommen lassen und die Chance geben, zur Ruhe zu kommen, antwortete Bechtel. Helfer könnten aber gern Ansprechpartner nennen. „Wir sollten den Flüchtlingen freundschaftlich und auf Augenhöhe begegnen“, sagte Christa Eichel, die nach eigenem Bekunden seit Jahren junge Flüchtlinge beherbergt. Man solle sie auch nicht gleich mit Fragen nach ihren Fluchterlebnissen bedrängen.

Es könne auch mal vorkommen, „dass Sie sich beschweren müssen“, räumte Bechtel auf die Frage einer Besucherin ein. Junge Leute dürften allerdings auch mal „Quatsch“ machen. Bei Problemen sollten sich Anwohner an die Leitung der Wohngruppe wenden. „Wir arbeiten auch gut mit der Polizei zusammen“, sagte Jugendamtsleiterin Scherer.

Von Peter Dilling

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