Setzen auf bewährtes Konzept

Pia Bluhm und Claudia Buche nun für Kultur in Vellmar zuständig

Vellmar. Man könnte sich Pia Bluhm gut als Komikerin auf der Bühne des Vellmarer Piazza vorstellen. Die 55-Jährige kann so herzergreifend lachen und begrüßt Gäste gern mit dem Wort „Schätzchen“. Wer bei ihr keine gute Laune bekommt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Bluhm wird aber weiterhin hinter statt auf der Bühne stehen. Mit ihrer Kollegin Claudia Buche ist sie für das Kulturprogramm der Stadt verantwortlich und damit Nachfolgerin des Kulturbeauftragten Gerhard Klenner, der im Frühjahr in Rente gegangen und nun nur noch Berater im Hintergrund ist. Wir haben das Duo gefragt, was es auf der Kleinkunstbühne Piazza und beim Festival Sommer im Park, dessen 22. Auflage am 29. Juni beginnt, anders machen will.

Ein bewährtes Konzept

Auf die Frage antwortet Bluhm mit einer Gegenfrage: „Warum sollen wir etwas anders machen? Was wir haben, ist gut.“ Das kann man wohl sagen. Mit Kabarett und Kleinkunst hat ihr Vorgänger Kenner, mit dem sie jahrelang zusammenarbeitete, aus der einstigen Schlafstadt eine Marke in der Szene gemacht. „Wir versuchen, das Niveau zu halten“, sagt Bluhm.

Trotzdem wollen sie verstärkt auch ein junges Publikum anlocken. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Blick auf das Sommer-im-Park-Programm: Dort treten neben alten Helden wie Konstantin Wecker auch die Stars von morgen auf wie der Berliner Singer/Songwriter Philipp Dittberner, der mit „Wolke 4“ einen Mega-Hit gelandet hat.

Ein neuer Preis

Ganz besonders liegt Bluhm „schmutziges Kabarett“ am Herzen. Während anderswo Comedians ihre Witzchen reißen, soll Vellmar ein Standort für anspruchsvolles Kabarett bleiben. Dazu gibt es bald eine eigene Auszeichnung. Auf Initiative der Kulturscheune Herborn ruft das Piazza mit dem Frankfurter Theater Käs den Hessischen Kabarettpreis ins Leben.

Jedes Jahr soll es in einem anderen Landesteil eine Gala geben, bei der die besten Kabarettisten geehrt werden. 2019 ist Vellmar an der Reihe. Hessen wäre dann kein schwarzer Fleck mehr auf der Kabarettkarte. „Bislang hatte jedes Bundesland seinen Kabarettpreis - außer Hessen“, sagt Bluhm.

Ein neuer Ort

Mit Inhalten punktet Vellmar schon lang, was Bluhm und Buche aber fehlt, ist „eine adäquate und präsentable Spielstätte“. Das Piazza ist zu klein, über die sozialdemokratische 70er-Jahre-Architektur des Bürgerhauses Vellmar-West macht sich jeder Kabarettist lustig, der dort auf die Bühne muss. Und die Mehrzweckhalle Frommershausen ist nur für die ganz großen Acts geeignet.

Darum soll das Bürgerhaus Obervellmar für Veranstaltungen mit bis zu 300 Besuchern umgebaut werden. Genauere Pläne gibt es noch nicht, aber Blum ist sich sicher: „Das wird unsere neue Spielstätte.“ Vielleicht steht sie dort in einigen Jahren sogar selbst auf der Bühne, um aus ihrem Buch zu lesen, an dem sie seit Jahren arbeitet. Bluhm schreibt lustige Anekdoten auf, die sie mit Künstlern erlebt. Veröffentlichen wil sie die jedoch erst, wenn sie in Rente ist.

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