Kreuzung Harleshäuser Straße/Hamburger Straße

Nach Unfall: Stadt Vellmar will Kreisel am Osterberg

„Kein Einzelfall“: Schwer verletzt wurde am vergangenen Mittwoch eine 29-jährige Baunatalerin nach einem Vorfahrtsunfall an der Kreuzung Hamburger Straße / Harleshäuser Straße. Ihr Wagen hatte sich überschlagen und war 30 Meter weit in ein Weizenfeld gerutscht. Foto: Naumann

Vellmar. Nach dem schweren Unfall an der Kreuzung Hamburger Straße / Harleshäuser Straße in Vellmar-West setzt sich die Stadt Vellmar für den Bau eines Kreisverkehres an dem Verkehrsknotenpunkt nahe dem Osterberg ein.

Bei dem Unfall am vergangenen Mittwoch war eine 29-jährige Baunatalerin schwer verletzt worden.

„Nur ein Kreisel wird die Verkehrsgeschwindigkeit dort so stark reduzieren, dass schwere Unfälle künftig kaum mehr zu erwarten sind“, sagt Wolfhardt Eidenmüller vom Vellmarer Verkehrsamt. Die Stadt habe bereits eine Machbarkeitsstudie inklusive Kostenermittlung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse noch in dieser Woche dem Baulastträger Hessen Mobil vorgestellt werden sollen.

Auch Hessen Mobil sieht inzwischen Handlungsbedarf. Doch favorisiert die Landesbehörde derzeit nur eine Ampelanlage - nicht zuletzt auch aus Kostengründen. „Natürlich wird ein Kreisverkehr teurer sein. Mit Blick auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sollte aber nicht immer nur auf die Kosten geschaut werden“, sagt Eidenmüller. Die Stadt Vellmar werde Hessen Mobil vorschlagen, sich an den Baukosten zu beteiligen. „Uns schwebt ein Kreisel mit einem 36-Meter-Radius vor, der dort auch ohne große Probleme gebaut werden könnte“, sagt Eidenmüller.

Seit vielen Jahren Unfälle

Seit nunmehr 15 Jahren setze sich die Stadt für eine Entschärfung der Situation an der Kreuzung Hamburger Straße /Harleshäuser Straße ein. „Der Unfall vom vergangenen Mittwoch ist kein Einzelfall“, sagt Eidenmüller. Wiederholt sei es in den vergangenen Jahren zu schweren Unfällen gekommen, „auch mehrfach mit Todesfolge“, sagt Eidenmüller.

Insofern widerspreche er der jüngsten Einschätzung der Polizei, wonach die Kreuzung am Osterberg nicht als Unfallschwerpunkt gelte. Zwar hatte die Polizei eingeräumt, dass dort Unfälle passierten, jedoch nicht genug, um wirklich von einem Unfallschwerpunkt zu sprechen.

„Tatsächlich handelt es sich hier um einen Grenzfall“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. In den vergangenen fünf Jahren habe es dort insgesamt elf sogenannte Vorfahrtsunfälle - also vom gleichen Typ wie der vom vergangenen Mittwoch - gegeben. „Das ist schon viel, aber eben noch nicht genug, um von einem Unfallschwerpunkt zu sprechen“, sagt Werner. Das liege schlicht an der Definition des Begriffs Unfallschwerpunkt (siehe Kasten). Dennoch sei diese Zahl aus Sicht der Polizei längst ausreichend, um über geeignete Maßnahmen nachzudenken.

Problematische Definition

Eidenmüller begrüßt diese Einschätzung. „Denn das Problem an dieser Definition ist ja, dass sie zu stark eingrenzt. Da braucht nur ,Bedienfehler‘ im Polizeiprotokoll zu stehen, und schon ist der Unfall kein Vorfahrtsunfall mehr. Die Folgen sind aber die gleichen. Denn vielleicht wurde der ,Bedienfehler‘ durch eine Irritation - wie eine tief stehende Sonne - ausgelöst, was dann im Endeffekt doch zu einem Vorfahrtsunfall geführt hat. Nur taucht das dann so nicht mehr in der Statistik auf“, sagt Eidenmüller.

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