Waschbetonplatten und Plastiktür - Polizei ermittelt - Video

Pärchen legte Gegenstände auf Gleise: Regiotramstrecke war gesperrt

Vellmar/Hofgeismar. Waschbetonplatten und eine Plastiktür auf den Gleisen haben am Sonntag für mehrere Stunden zu einer Vollsperrung auf der Regiotramstrecke zwischen Kassel und Hofgeismar-Hümme geführt.

Ein Pärchen wird verdächtigt, die Gegenstände am Sonntag gegen 8.20 Uhr auf die Gleise zwischen Espenau-Mönchhof und Obervellmar gelegt zu haben.

Aktualisiert um 18.46 Uhr.

Zwei Regiotram-Züge fuhren laut Bundespolizei über die Hindernisse: Die erste Bahn konnte ihre Fahrt fortsetzen. Der zweite Zug musste stehen bleiben, weil bei dem Vorfall auch Sicherungstechnik beschädigt wurde. Als Folge waren die Signale auf dem Streckenabschnitt gestört. Die Fahrgäste wurden mit einem Taxi zu ihrem Zielort gefahren.

Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. Eine Schadenssumme ist noch nicht bekannt. "Es hätte böse ausgehen können", sagt RTG-Pressesprecherin Heidi Hamdad. 

Die Strecke war in beide Richtungen ab 8.50 Uhr gesperrt. Zwei Busse waren stundenlang als Ersatz zwischen Hümme und Kassel gefahren. Eine Regiotram  pendelte zudem zwischen Hümme und Grebenstein. Seit 16.30 Uhr ist die Strecke laut RTG-Sprecherin Heidi Hamdad wieder frei.

Die Spurensicherung der Bundespolizei fand diePlastiktür am Nachmittag. Die mutmaßlichen Täter – eine 29 Jahre alte Frau und ein 33-jähriger Mann – hatten sie offensichtlich auf die Schienen geworfen, nachdem sie sie von einem Kabelverzweigergehäuschen in unmittelbarer Nähe der Gleisanlage abgerissen hatten. Das Gehäuse war nach Angaben der Bundespolizei noch ohne Inhalt und wurde erst kürzlich dort aufgestellt. Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz, um Fotos vom Tatort zu machen.

Erst am Abend stand fest, dass das Paar sowohl Waschbetonplatten als auch die Plastiktür auf die Gleise gelegt hatte. Zuerst hieß es, es sei nur die Plastiktür gewesen.

Mutmaßliche Täter festgenommen

Zeugenhinweise führten auf die Spur der mutmaßlichen Täter: Die Polizei stellte das Paar am Vormittag auf einem Feldweg nahe des Tatorts und nahm es fest. Gegen die beiden wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Paragraf 315 des Strafgesetzbuches sieht für diesen Tatbestand einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.

Die weiteren Ermittlungen müssten zeigen, ob weitere Tatbestände wie Körperverletzung und Sachbeschädigung hinzukommen, sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz, Stefan Heina. Die Beamten fanden bei einem der Täter zudem zwei Gramm Drogen. Bei einer anschließende Wohnungsdurchsuchung wurden weitere Betäubungsmittel gefunden. Der Mann wurde an die Polizei Nordhessen übergeben. Die Frau wurde auf freien Fuß gesetzt.

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Rubriklistenbild: © Brandau

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