Schon im Jahr 2000 auf schlechten Zustand der Straße hingewiesen

Stadtgrenze Vellmar/Kassel: Schotterpiste statt Straße ärgert Anlieger

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Ist mit dem Zustand ihrer Straße nicht zufrieden: Anneliese Neise. Die Löcher im Teilstück des Kiefernwegs sind an einigen Stellen mehrere Zentimeter tief.

Vellmar/Kassel. Hätte sie es vorher gewusst, nie wieder würde sie an diese Straße ziehen, sagt Anneliese Neise.

Seit 1979 bewohnt sie eines der drei Häuser am Teilstück des Kiefernwegs zwischen Goldstern- und Kornblumenweg in Harleshausen.

„Die Straße war von Anfang an eine einzige Schlamm- und Geröllpiste. Insbesondere die mehrere Zentimeter tiefen Schlaglöcher sind eine Katastrophe“, beklagt die 84-Jährige den Straßenzustand. „Bei Regenwetter können wir nicht über die Straße gehen, ohne verschlammte Schuhe zu bekommen. Und abends müssen wir Taschenlampen dabeihaben, um uns nicht die Gelenke zu verstauchen.“

Nicht nur die Anwohner fühlen sich durch den schlechten Zustand ihrer Straße zunehmend gestört. Auch Taxifahrer und Bekannte vermieden es inzwischen, die Buckelpiste zu befahren, so Neise.

Zuständig für die Sanierung des Teilstücks ist die Stadt Vellmar. Zwar stehen die Häuser auf Kasseler Gebiet, die Straße gehört jedoch zu Vellmar. „Ein Ausbau des Kiefernweges lohnt sich aus Sicht der Stadt aber erst, wenn auf Vellmarer Gebiet auch Wohnraum geschaffen wird. Und das ist hier nicht der Fall“, sagt Peter Pilatzki, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Vellmar.

Dass es in den Randbereichen von Wohngebieten überhaupt geschotterte, nicht asphaltierte Straßen gebe, ist laut Pilatzki nicht unüblich. Nicht üblich sei dagegen, dass sich Anwohner so lange über den schlechten Zustand ihrer Straße ärgern müssten. „Aber bislang wussten wir von den Problemen im Kiefernweg nichts“, sagt Pilatzki.

Für Anneliese Neise ein nicht nachvollziehbarer Einwand. Gemeinsam mit ihren Nachbarn hat sie die Stadt Vellmar bereits im Jahr 2000 auf den Zustand des Kiefernwegs schriftlich aufmerksam gemacht. „Damals hatte uns der Vellmarer Bürgermeister sogar mitgeteilt, dass die Stadt dafür zu sorgen habe, dass der Weg von Fußgängern gefahrlos benutzt werden könne.“

In der aktuellen Situation schlägt der Fachbereichsleiter nun einen gemeinsamen Ausbau des Teilstücks durch die Städte Vellmar und Kassel vor. So könnten die Baukosten von beiden Städten gemeinsam getragen werden. „Dies setzt voraus, dass die Stadt Kassel diesem Vorschlag zustimmt“, gibt Pilatzki zu Bedenken, „und die Anwohner müssten sich ebenfalls an den Kosten beteiligen.“

In jedem Fall wolle er den Zustand der Straße prüfen und bei Bedarf Ausbesserungen vornehmen lassen, so der Fachbereichsleiter. Für Anneliese Neise und ihre Nachbarn ein Hoffnungsschimmer.

Das sagt die Stadt Kassel

„Sowohl das Eigentum als auch die Straßenbaulast liegen für das Teilstück des Kiefernwegs bei der Stadt Vellmar“, sagt Sascha Stiebing, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Kassel auf HNA-Anfrage. Daher habe die Stadt Vellmar auch die Straßenausbau- und Unterhaltungskosten grundsätzlich allein zu tragen. Etwaige Gespräche bezüglich eines gemeinsamen Ausbaus habe es mit den Kollegen aus Vellmar noch nicht gegeben, „aber die Mitarbeiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts stehen dafür gern zur Verfügung“, betont Stiebing. Gerade im Bereich des Straßenbaus seien gemeinsame Projekte mit Nachbarkommunen relativ selten, so der Pressesprecher. Als eines der letzten größeren Projekte gelte die Fuß- und Radwegebrücke über die Losse nach Niestetal-Sandershausen.

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