Auch viele junge Wettkämpfer dabei

400 Starts bei den Nordhessischen Tanztagen

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Tanz statt Fußball: Maximilian Schnarr liebt es, mit Tanzpartnerin Emily Bascharin übers Parkett zu schweben.

Vellmar. Tanzsportler aus ganz Deutschland strömten am Wochenende zu den Nordhessischen Tanztagen in der Frommershäuser Mehrzweckhalle.

„Warum mit zehn Jungs einem Ball hinterherrennen, wenn ich auch mit einem Mädchen elegant übers Parkett schweben kann?“: Maximilian Schnarr weiß, wovon er spricht. Der Zehnjährige hat beides ausprobiert - und dem Fußball direkt nach seinem ersten Tanz mit Partnerin Emily Bascharin die rote Karte gezeigt. Das ist rund zwei Jahre her, und seitdem wirbelt der kleine Mann voller Begeisterung über die Tanzflächen der Region, kann gar nicht genug kriegen von Samba, Rumba und Cha-Cha-Cha.

Bei den Nordhessischen Tanztagen in der Frommershäuser Mehrzweckhalle sind die jungen Tänzer der TSG Lohfelden am Wochenende gerade aufgestiegen. „Gute Plätze zu belegen macht Spaß“, schwärmt die zehnjährige Emily, während sie ihren Tanzpartner an die Hand nimmt und weiter zum nächsten Einsatz auf einer der drei Tanzflächen zieht.

Dort mischen sich die Nachwuchsstars unter die übrigen Tanzsportler, die aus ganz Deutschland zum mit über 400 Starts größten Tanz-Event Nordhessens gekommen sind. Erstmals wurde es vom neu gegründeten Förderverein Nordhessischer Turniertanzsport veranstaltet. Ihm gehören die fünf Vereine TSG Baunatal, TSC Fulda, Rot-Weiss-Klub Kassel, TSG Lohfelden sowie der TSA des OSC Vellmar an.

Auch viele Profis sind dabei, von denen sich Maximilian und Emily noch viel abgucken können. Nur von Lokalgröße Silke Schultheiß nicht. Die aus Kassel stammende Hessische Meisterin in der Klasse Senioren II hat nach einer Bronchitis ihre Tanzschuhe zuhause gelassen. „Tanzen ist Leistungssport, da muss man zu hundert Prozent fit sein“, sagt sie und vergleicht einen anderthalb- bis zweiminütigen Tanz mit einem 200- bis 500-Meter-Lauf. „Ohne Konditionstraining geht im Profitanz nichts.“

Ohne die passenden Outfits ebenfalls nicht. Gaby Senft hat gleich eine ganze Wagenladung voll mit nach Vellmar gebracht. „Am wichtigsten ist, dass sich die Tänzerin in ihrem Kleid wohlfühlt“, sagt Senft, die selbst jahrelang über Profitanzflächen geschwebt ist. Je höher die Klasse, desto häufiger werde das Outfit gewechselt, und das könne ganz schön ins Geld gehen. „Ein Kleid kann schnell 1500 Euro und mehr kosten.“

Maximilian und Emily haben noch ein bisschen Zeit, um ihr Taschengeld für die teuren Roben zu sparen. „Die Turnierordnung schreibt vor, dass erst ab der C-Klasse Turnierkleidung getragen werden darf“, weiß Silke Schultheiß. Und wer weiß, vielleicht entscheidet sich Maximilian in ein paar Jahren ja doch noch für das Fußballtrikot.

Nordhessische Tanztage mit 400 Startern aus ganz Deutschland

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