Zahl der Diebstähle ist angestiegen

Edeka im Herkules-Markt Vellmar verbietet Taschen beim Einkaufen

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Taschen und Rucksäcke untersagt: Am Edeka-Eingang im Herkules-Markt Vellmar ist das Verbot mehrsprachig zu lesen.

Vellmar/Fuldatal. Betritt man den Edeka im Herkules-Markt Vellmar, fällt sofort das Verbotsschild am Eingang auf. Taschen und Rucksäcke dürfen nicht mit in das Geschäft genommen werden, steht dort in mehreren Sprachen.

Doch warum genau herrscht dieses Taschenverbot im Edeka-Markt?

Grund dafür sei unter anderem, dass die Anzahl der Diebstähle in letzter Zeit angestiegen ist, sagt der stellvertretende Marktleiter Thomas Steber auf HNA-Anfrage. „Wir möchten nicht, dass größere Behältnisse mit in den Markt genommen werden“, erklärt er.

Das Schild sei vor allem für Kunden mit Sporttaschen oder Ähnlichem gedacht, kleinere Handtaschen seien in dem Markt hingegen erlaubt. Wenn jemand aber seine große Tasche mit in das Geschäft bringe, habe die Marktleitung keine feste Handhabe, sagt Steber.

„Wir möchten nicht, dass größere Behältnisse mit in den Markt genommen werden.“

Das mehrsprachige Schild sei aufgestellt worden, da der Edeka-Markt nicht nur von deutschen Kunden besucht werde. „Mit der Flüchtlingsthematik hat das aber nichts zu tun“, versichert Thomas Steber. Genaue Zahlen zur angestiegenen Diebstahlquote im Einkaufsmarkt konnte er auf HNA-Nachfrage allerdings nicht nennen.

Das Verbotsschild soll nun offenbar verhindern, dass Warenartikel in Taschen und Rucksäcken versteckt und somit unbezahlt mitgenommen werden.

Bei Rewe und Co. kein Verbot

Im Rewe-Markt in Fuldatal-Rothwesten findet sich ein solches Schild nicht. Laut Valentin Ehlert, Inhaber des Geschäfts, dürfen Taschen dort nach wie vor mit zum Einkaufen genommen werden. Man freue sich, wenn Kunden ihre Tasche an der Kasse freiwillig vorzeigen, es sei aber keine Pflicht, betont er. Wenn eine Tasche im Einkaufswagen steht, werde der Kunde lediglich darum gebeten, sie kurz hochzuheben.

Es gebe im Rewe-Markt in Rothwesten keine erhöhten Diebstahlraten, sagt Ehlert. Außerdem weist er darauf hin, dass man vor Ort „gut mit den Flüchtlingen klarkommt“.

Mit Kunden, die kein Deutsch sprechen, kläre man Fragen meist auf Englisch oder mit Händen und Füßen. „Generell haben wir keine Probleme mit Flüchtlingen“, erklärt Ehlert.

Bei tegut herrscht das Taschenverbot ebenfalls nicht: Es gibt „von der Unternehmensseite aus keine Anweisung für ein solches Vorgehen“, sagt ein Sprecher auf Anfrage der HNA.

Gleiches gilt für den Discounter Aldi: „Unsere Kunden können nach wie vor ihre Taschen oder Rucksäcke während des Einkaufs mit sich führen“, so eine Sprecherin des Unternehmens.

Von Lara Thiele

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