Bürgerhaus und Kulturhalle in Vellmar mit Asbest belastet

Seit mehr als vier Jahren geschlossen: Das Bürgerhaus Obervellmat wird nach der Asbestsanierung abgerissen und neugebaut. Archivfotos: Wewetzer

Vellmar. Nach Jahren der Ungewissheit steht nun fest: Das Bürgerhaus in Obervellmar und die Kulturhalle in Niedervellmar sind mit Asbest belastet.

Jetzt hat ein unabhängiger Gutachter, der in dieser Frage vom Landgericht Kassel bestellt worden war, bestätigt, dass beide Gebäude kontaminiert sind.

„In einer mündlichen Verhandlung im Zuge des Beweissicherungsverfahrens ist der neutrale Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass beide Häuser asbestbelastet sind“, sagte der Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Vellmar, Peter Pilatzki auf Anfrage der HNA. Das Gerichtsprotokoll sei inzwischen dem Magistrat der Stadt zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt worden. Der habe beschlossen, das Beweissicherungsverfahren abzuschießen. Damit ist die Asbestbelastung der Häuser nun offiziell.

Die Einschaltung des neutralen Gutachters war notwendig geworden, weil sich zwei Gutachten mit verschiedenen Ergebnissen zur Kontamination gegenüberstanden. Das erste war zu dem Ergebnis gekommen, dass Bürgerhaus und Kulturhalle asbestbelastet seien. Das Bürgerhaus wurde daraufhin im August 2011, die Kulturhalle kurz darauf geschlossen.

Ebenfalls asbestbelastet: Die Kulturhalle Niedervellmar.

Im Zuge der Neubauplanungen für die Obervellmarer Einrichtung kam jedoch ein zweiter Gutachter im Mai 2013 zu dem Resultat, dass keine Asbestbelastung vorliege. Die Stadt Vellmar beantragte daraufhin beim Landgericht Kassel die Einschaltung eines neutralen Experten, um die strittige Frage endgültig zu klären.

Nachdem das nun geschehen ist, rücken Abriss und Neubau des Bürgerhauses Obervellmar in greifbare Nähe. Doch zunächst muss es eine Asbestsanierung geben. „Die verseuchten Bauteile müssen entsorgt und bei Bedarf auch die Luft gereinigt werden. „Der Stoff soll niemanden mehr schädigen können“, erklärte Pilatzki.

Wie umfangreich die Asbestsanierung am Ende werde und wie hoch die Kosten, könne man derzeit noch nicht absehen. „Über die nötigen Schritte entscheidet die Bauleitung. Vom Umfang hängen dann auch die Kosten ab“, so der Fachbereichsleiter. Nachdem der Beschluss über Abriss und Neubau des Gebäudes seinerzeit ausgesetzt worden war, kommt das Thema am 9. Mai erneut vor das Stadtparlament.

Offen hingegen ist, wie es mit der Kulturhalle Niedervellmar weitergeht. „Darüber muss nun die Politik entscheiden“, sagte Pilatzki.

Wie die zwei Gutachter seinerzeit zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen konnte, habe nicht abschließend geklärt werden können. „Der unabhängige Gutachter hat erklärt, dass bei jeder Messung ein anderes Ergebnis herausgekommen ist“, sagte Pilatzki. Unter diesen Umständen sei es sehr schwer bis unmöglich, vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

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