MSC Vellmar-Espenau löste mit Fahrradbörse erneut Ansturm aus

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Gemeinsam auf Schnäppchenjagd: Manfred (von links), Julia und Elke Schmidt freuen sich, dass Luca (vorn) sein Traumrad gefunden hat.

Vellmar. Ein Kinderrad hält nicht lange. Schon gar nicht bei Luca (7), der so schnell wächst. Vor zwei Jahren haben ihm die Großeltern ein 18-Zoll-Rad bei der Fahrradbörse des Motorsportclubs Espenau-Vellmar (MSC) gekauft, nun ist es schon wieder so weit.

Begeistert steuert der Junge unter den Augen seiner Mutter Julia Schmidt aus Kassel und der Großeltern Manfred und Elke Schmidt aus Vellmar ein rassiges Mountain-Bike mit 24 Zoll durch die Schar der Kaufinteressenten, die ihren Fang vor dem Eingang der Ahnatal-Schule ausprobieren, bevor sie das Portemonnaie zücken.

Ausprobieren geht vor kaufen: Asta und Gerhard Fischer schauen, ob die Rahmenhöhe für Enkelin Chiara (7) passt.

Wer am Wochenende sein gebrauchtes Traumrad bei der Fahrradbörse ergattern wollte, musste schon vor der Tür der Schule stehen, bevor die Helfer den Startschuss zum Ansturm auf die rund 300 Räder, Roller, Radanhänger und sonstiges Zubehör gaben. Die besten Stücke gingen schnell weg. „Ein E-Bike hatten wir schon für 250 Euro im Angebot. Das ist aber schon verkauft“, sagte der MSC-Vorsitzende Werner Praschek eine Stunde nach der Eröffnung der Börse. Ein schönes, nicht allzu altes Fahrrad war schon für deutlich unter 100 Euro zu haben.

Sein erstes Rad: Ardita Hasani (Mitte) hat für ihren Sohn Gojart (5) ein buntes Kinderrad mit Stützrädern ausgesucht. Schwester Gresa (10) will bei den ersten Fahrversuchen helfen.

„Die Zeiten, in denen die Leute ihr ausgedientes Rad nach 20 Jahren aus der Garage holen und anbieten, sind vorbei“, erklärt Praschek. Heute kauften sich die Radler häufig in schnellerem Rhythmus neue Räder. Dementsprechend jung seien auch die Räder, die auf der Gebrauchtbörse zum Verkauf stünden. „Die Börse ist wieder ein voller Erfolg“, sagt der MSC-Chef. Seine Befürchtungen, die Konjunktur bei der Börse könne wegen eines Überangebots von Rädern in der Region einmal einbrechen, hätten sich nicht bewahrheitet.

Das freut vor allem die 20 jungen MSC-Mitglieder, die in der Kart-Abteilung aktiv sind. Diesen Jugendlichen kommt der Erlös der Börse zugute. Auch die Flüchtlinge in der Unterkunft „Rosengarten“ profitieren am Ende: Räder, die nicht verkäuflich waren und von den Besitzern dem Verein gespendet werden, gehen an die Asylbewerber.

Die Bandbreite des Angebots bei der MSC-Börse war wieder groß. Da warteten beispielsweise ein Tandem, ein Fahrrad mit Hilfsmotor, ein Kunstrad und mehrere Einräder auf Käufer. Letzteres war für die Zwillinge Laetitia und Isabelle Keil (10) aus Vellmar ein Glücksfall. Beide nehmen am Engelsburg-Gymnasium an einer Einrad-AG teil. Das nötige Sportgerät erstanden sie bei der Börse.

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