30 Arbeiter waren in der Nacht im Einsatz

Vellmar: Riesige Fertigteile für die DB-Brücke an der B7 wurden verbaut

+
Maßarbeit für den Kranführer: Der erste Brückenträger wurde über die Baustelle geschwenkt und genau in die Mitte der Widerlager gesetzt und fixiert.

Vellmar. Die Bauarbeiten an der neuen DB-Brücke bei Obervellmar gehen voran. In der Nacht zu Sonntag wurden riesige Fertigteile angeliefert.

Kurz vor ein Uhr rauscht der letzte Zug über die Gleise unter der Bundesstraße 7, die längst wegen der Brückenbauarbeiten voll gesperrt ist. Die Geduld von rund 30 Bauarbeitern, Mitarbeitern der Straßenbehörde Hessen Mobil und des Führers des mächtigen 600-Tonnen-Krans ist auf eine Probe gestellt worden. Eigentlich sollte der Einbau der fünf jeweils 25 Meter langen und rund 45 Tonnen schweren Stahlbetonverbundträger auf der Fahrbahnseite in Richtung Kassel schon vor einer knappen halben Stunde begonnen haben. Doch zwei Züge der Bahn seien verspätet gemeldet worden, sagt Bauleiter Stephan Nolte von Hessen Mobil. Ach ja, die Bahn und ihre Verspätungen. Die Oberleitung muss während der nächtlichen Arbeiten abgeschaltet werden.

Doch plötzlich geht alles ganz schnell. Arbeiter entfernen die Befestigungen, mit denen die mächtigen Brückenträger - von einer Spezialfirma in Eichenzell bei Fulda vorgefertigt - auf Tiefladern fixiert sind. Zuvor haben sie schon Holzgerüste seitlich der Träger montiert, auf denen ihre Kollegen später in luftiger Höhe balancieren werden, um die Einzelteile zusammenzufügen und die Fahrbahn zu betonieren. Ein Baugerüst unter der neuen Brücke geht nicht: Der Bahnverkehr muss schließlich schon am nächsten Tag wieder auf den Gleisen rollen.

Neue Brücke für die B7 bei Vellmar

Der Motor des riesigen Krans brüllt kurz auf, während Bauarbeiter und die Vertreter von Hessen Mobil gespannt zum Tieflader herüberschauen. Die Trossen über dem Brückenträger spannen sich, dann schwebt der Träger sacht über die Baustelle in Richtung des „Bettes“ der neuen Brücke, der neuen Widerlagern. Das Ganze ist Maßarbeit und doch Routine. Die vergangenes Jahr auf der Bahnhofstraße in Vellmar eingebaute Brücke hat die gleiche Konstruktion. Es geht darum, die vorgesehenen Aufsetzpunkte zentimetergenau zu treffen und zu verhindern, dass sich die Enden der Träger in den spargelförmig aufragenden Bewehrungseisen der Widerlager verheddern. Alles klappt wie am Schnürchen.

Bis die B7 wieder auf beiden Richtungsfahrbahnen befahrbar ist, wird wohl noch mehr als ein Jahr vergehen. Erst mal muss der jetzt installierte Brückenteil einbetoniert und an die Straße angepasst werden. Denn die Brücke ist 40 Zentimeter höher als die alte - neue Sicherheitsvorschriften. Sie hat auch mehr Tragkraft. Diese war bisher auf 44 Tonnen beschränkt.

Schon ab August soll mit dem Abbruch und Neubau der Brücke in Fahrtrichtung Espenau begonnen werden. „Wir sind dem Zeitplan einige Wochen voraus“, sagt Baudezernent Volker Löwer. Die Fertigstellung war für Mai oder Juni 2017 geplant.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.