Vielen fehlt ein Ort der Begegnung

Fluch oder Segen: Roswitha Mayr, Maria Konradi, Heide Hoffmann, Richarda Oppelt und Gundula Chera (von links) diskutieren über mögliche Wohnungsneubauten am Baunsberg zwischen den einzelnen Quartieren. Foto: Junker

Baunatal. Zustimmung, aber auch Ablehnung - knapp 80 Einwohner waren in das Stadtteilzentrum am Baunsberg gekommen, um sich über die künftige Entwicklung ihres Stadtteils zu informieren.

Stichwort Nachverdichtung - ein viel diskutiertes Thema bei dem Treffen. Gundula Chera schätzt das viele Grün in der Umgebung ihres Wohnhauses: „Das wird dort viel zu eng, wenn noch ein Haus davor gebaut wird.“ Stadtplanerin Heide Hoffmann beschwichtigt: „Die markierten Grundstücke auf diesem Plan zeigen nur die möglichen Flächen, auf denen bei Bedarf noch gebaut werden könnte.“

Was brauchen die Menschen? Wie kann zusätzlicher Wohnraum im Bestand errichtet werden, ohne Freiräume zu stark einzugrenzen? Wegeführung und Parkflächen, Orientierung im Quartier, Flächen für Ruhe und Aktivität - das waren unter anderem die Themen für fast vier Stunden intensiver Gespräche.

Oft erwähnt wurde das Fehlen eines Ortes zur Begegnung, zum Miteinander und um mit anderen ins Gespräch zu kommen: Ein Baunsberg-Café. Und eine Apotheke. Wie kann das gehen? Diese Fragen nahmen viele Besucher am Abend mit nach Hause.

Im Herbst 2015 wurde das Wohngebiet Baunsberg in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen, einem Förderprogramm des Landes Hessen und des Bundes für die Stadtentwicklung. Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen. „Unsere Stadtteilkonferenzen sollen die verschiedenen Akteure an der Perspektiventwicklung ihres direkten Lebensumfeldes beteiligen“, erklärt Heide Hoffmann. „Wo soll es hingehen? Wie kommen wir dahin?“ Eine Arbeitsgemeinschaft entwickelt mit diesen Informationen ein Handlungskonzept. Das soll dann die Grundlage für die Projekte der nächsten zehn Jahre sein, Grundlage auch für die Beschaffung von Fördermitteln und der Werbung von Investoren.

Alle Gruppen vertreten

An diesem Abend waren die erwachsenen Baunsberger gefragt, nachdem die Kinder und die Jugendlichen bereits ihre Meinungen und Vorschläge einbringen konnten. Silke Engler, Erste Stadträtin, war hocherfreut über das Interesse der Teilnehmer: „Wir hatten Bewohner aller Bevölkerungsgruppen und Generationen hier, Altenbaunaer und Einwohner mit Migrationshintergrund, Vertreter aller Interessengruppen, unter anderem Mieter und Eigentümer, Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften, des Behindertenrates, des Seniorenbeirates, der Kirchen, der Schulen und Kindergärten, Stadtverordnete, junge Familien und Senioren.“ (pcj)

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