Plan: Nur noch 18 Monate im selben Betrieb

VW-Betriebsrat zu geplantem Gesetz: 950 Leiharbeiter in Baunatal nicht betroffen

Leiharbeiter-Jobs sind ein Thema: Auch während der jüngsten Protestveranstaltung vor dem Haupttor des Baunataler VW-Werkes wurde darüber diskutiert. Foto: Kühling

Baunatal. Leiharbeiter sollen künftig maximal 18 Monate in einem Betrieb beschäftigt werden dürfen. Das sieht zumindest ein Gesetzentwurf vor, der derzeit in Berlin diskutiert wird.

Im VW-Werk Kassel in Baunatal wurden Leiharbeiter der VW-eigenen Zeitarbeitsfirma Autovision bislang für bis zu 36 Monate angeheuert. Danach wurde dann über eine Übernahme auf feste Stellen entschieden. Für die aktuell 950 Leiharbeiter werde sich trotz der möglichen Gesetzesanpassung nichts ändern, sagt Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold im Gespräch mit der HNA.

Bestehende Vertragsabschlüsse seien von dem neuen Gesetz nicht betroffen, erläutert Bätzold. Außerdem gebe es weiterhin die Möglichkeit, bei Zustimmung von allen Seiten eigene Vereinbarungen über die 18 Monate hinaus zu treffen.

Und so ist die Situation der Leiharbeiter: Anfang des Jahres hatte der Wolfsburger Konzern die Verträge der 950 Frauen und Männer bis Juli verlängert. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Aktuell wird in Wolfsburg offenbar hinter verschlossenen Türen zwischen Vorstand und Betriebsrat um die Zukunft der Leiharbeiter-Jobs gerungen. VW-Markenvorstand Herbert Diess hatte kürzlich bei der Jahrespressekonferenz in Wolfsburg jedenfalls klargestellt, dass weitere Zeitarbeitsstellen abgebaut werden. „Wir fahren auch den Anteil an Leiharbeiter an einigen Standorten zurück“, sagte Diess.

Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold hatte daraufhin betont, dass ihm nicht bekannt sei, dass der nordhessische Standort betroffen ist. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass wir im Juli abbauen.“

Zurück zum geplanten Gesetz: Darin soll ferner festgeschrieben werden, dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft erhalten. Das sei, so erläutert Bätzold, bei VW sowieso schon die Regel. Grundsätzlich hält der Betriebsrat das von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegte Papier für sinnvoll. 36 Monate sind eine unendlich lange Zeit. Man müsse wieder dazu kommen, dass Leiharbeiter nur für den Ausgleich von Spitzen in einem Betriebsablauf eingesetzt werden.

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