Rezept ist ein Geheimnis

In der VW-Kantine brummt das Geschäft mit der Kult-Currywurst

Der Klassiker: Jürgen Becker, Mitarbeiter der Qualitätssicherung von Volkswagen, hat sich für die werkseigene Currywurst in Kombination mit Pommes Frites entschieden. Laura Hess, Service-Mitarbeiterin der Speisenausgabe, reicht ihm seine Portion.
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Der Klassiker: Jürgen Becker, Mitarbeiter der Qualitätssicherung von Volkswagen, hat sich für die werkseigene Currywurst in Kombination mit Pommes Frites entschieden. Laura Hess, Service-Mitarbeiterin der Speisenausgabe, reicht ihm seine Portion.

Baunatal. In den Kantinen von VW ist die Kult-Currywurst fast täglich verfügbar. „Montags und donnerstags gibt es sie sogar ab 9 Uhr morgens“, sagt Erwin Nehm, Leiter der Gastronomie von VW am Standort Kassel. Die Wurst ist so beliebt, dass sie sogar in Baunataler Supermärkten verkauft wird.

Mittagszeit in einem der zwölf Betriebsrestaurants bei VW: Jürgen Becker hat sich für eine Currywurst entschieden. Sie wurde im Volkswagenwerk auch hergestellt, allerdings nicht in Baunatal, sondern in Wolfsburg. Seit der Nachkriegszeit produziert das Werk in Wolfsburg nicht nur Fahrzeugteile. Es gibt dort eine eigene Fleischerei, die sich auf Wurstwaren wie Currywurst spezialisiert hat. Mehr als sechs Millionen Currywürste wurden im vergangenen Jahr hergestellt.

HINTERGRUND:

Das VW-Werk in Baunatal stellt mit 114 Mitarbeitern in zwölf Speisenausgaben sowie SB-Shops und Bistros die Versorgung von 16.000 Mitarbeitern sicher. Ferner gibt es einen mobilen Verkauf, den Schlemmerexpress. Das Fahrzeug versorgt Mitarbeiter der Spät- und Nachtschicht. Nach der Herstellung in Wolfsburg werden die Currywürste in der Zentralküche gegart, auf zwei Grad heruntergekühlt, verpackt und ausgeliefert.

Die eingeschweißten Würste können in den Betriebsrestaurants von Mitarbeitern auch für den heimischen Bedarf erworben werden. „Volkswagen Originalteil“ steht auf der Verpackung. Auch der Einzelhandel, wie der Herkules Markt (Edeka) in Baunatal, hat die VW-Wurst im Sortiment. Dort kann auch der „Volkswagen-Servicefactory Gewürz-Ketchup“ (Hersteller: Kraft) erstanden werden, dessen Rezeptur Werksgeheimnis ist.

„Die meisten bevorzugen die Wurst ungeschnitten am Stück. Wir bieten ab und zu auch Geflügelwurst und eine vegetarische Variante an“, sagt Erwin Nehm. Dann verrät der gelernte Koch noch zwei Geheimnisse: Er brutzelt zu Hause für seine Gäste gern Volkswagen-Würste in der Pfanne. Ferner bestehen seine Bekannten, mit denen er regelmäßig zum Angeln nach Norwegen fährt, darauf, dass er jedes Mal werkseigene Currywürste in seine Kühltasche packt. „Das ist ein Ritual“, sagt der 57-Jährige.

Im Handel erhältlich: Volkswagen-Currybockwurst und VW-Gewürz-Ketchup. Foto: Wienecke 

Mancher Mitarbeiter von Volkswagen, der in den Ruhestand verabschiedet wird, bekommt eine Tüte mit Volkswagen-Brüh- oder Currywürsten mit auf den Weg. Portionierte Currywürste werden bei Messen und bei Treffen von Führungskräften auch gern als Häppchen in Gläsern gereicht. Kein Wunder, Wurst und Ketchup sind absolut delikat, wie sich bei der HNA-Verkostung herausstellte.

Auch eine Bestellung der "Originalteile" über einen Volkswagenhändler ist kein Problem. „Würstchen und Ketchup können wir beschaffen“, sagt Jürgen Klein vom Autohaus Klein in Fuldatal. „Die Würste setzen wir selbst gern bei unseren Veranstaltungen ein“, berichtet er.

Im Volkswagenwerk Wolfsburg wurden im Jahr 2013 mehr als sieben Millionen Stück Wurstwaren (wie Brüh- und Currywürste, Thüringer Würste sowie Fleischkäse) produziert. „Die Currywurst macht mit deutlich mehr als sechs Millionen Stück den größten Anteil aus. Der mit Abstand größte Teil der Produktion geht in die Betriebsrestaurants des Unternehmens und in den Verkauf an Werksangehörige“, sagt Claus-Peter Tiemann, Sprecher des Werks in Wolfsburg, auf Anfrage. Ferner werden Einzelhandelspartner wie Edeka beliefert.

Von Bettina Wienecke

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