Entscheidung frühestens Anfang November

Verliert VW-Werk Kassel den E-Antrieb? "Da ist noch nichts festgelegt“

Baunatal. VW-Komponentenvorstand Thomas Schmall hat das Werk Kassel in Baunatal beauftragt, durchzurechnen, was es bedeuten würde, die Fertigung des E-Antriebs von Baunatal ins Werk Salzgitter zu verlagern.

„Einen solchen Planungsauftrag gibt es“, bestätigt Carsten Bätzold, Betriebsratschef des VW-Werkes Kassel. Am Donnerstag, 13. Oktober, sollen die Kasseler die Eckdaten an den Komponentenvorstand liefern, eine Entscheidung könnte frühestens Anfang November fallen.

Es liegt im Ermessen eines jeden Vorstandes, Rechenmodelle aller Art - auch unpopuläre - in Auftrag zu geben und dann zu entscheiden. Aber würde Schmall den E-Antrieb von Kassel abziehen, hängt er den Standort von der Zukunftsentwicklung ab.

Zum jetzigen Zeitpunkt seien es Planspiele, betont Bätzold, aber „für den Standort ist der E-Antrieb zukunftsentscheidend.“

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Aktualisiert um 11.12 Uhr

Derzeit wird der Zukunftspakt in Wolfsburg verhandelt. Bis Ende Oktober soll ein Fahrplan stehen. In Planungsrunden, die jährlich stattfinden, wird dann festgelegt, wer was an welchem Standort in welchem Umfang produziert. „Eine gemeinsame Entscheidung zur Werkbelegung wird zwischen Markenvorstand und Gesamtbetriebsrat im Rahmen von Zukunftspakt und Planungsrunde beschlossen. Da ist noch nichts festgelegt“, sagt Claus-Peter Tiemann, Pressesprecher des Konzernbetriebsrats in Wolfsburg.

Carsten Bätzold, Betriebsratchef des VW-Werkes Kassel, verbreitet Zuversicht:„Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass wir den Nachfolger für die jetzige E-Traktion auch in Kassel fertigen.“

Kassels Werkssprecher Heiko Hillwig teilte mit, es gehe um die Definition künftiger Kernkompetenzen, die Ausgestaltung neuer Geschäftsmodelle und die Erarbeitung einzelner Standortkonzepte. Hillwig: „Zu den Details dieser Themen können wir uns vor Abschluss des Zukunftspakts nicht äußern.“

Derzeit arbeiten in der Fertigung des E-Antriebs in Baunatal 240 Mitarbeiter, die Tagesproduktion der E-Antriebe inklusive Hybrid liegt bei 300 Stück.

Beim Volkswagen-Konzern herrscht derzeit nicht die beste Stimmung. Steht doch zu befürchten, dass wegen der Belastungen im Zusammenhang mit dem Abgasskandal und dem anstehenden Schwenk in Richtung alternativer Antriebstechniken Tausende Beschäftigte ihre Jobs verlieren.

In einem Interview mit dem Handelsblatt stellte Konzernbetriebsratchef Bernd Osterloh klar, dass es betriebsbedingte Kündigungen, mit ihm nicht geben werde. Über Altersteilzeit sei allerdings womöglich der Abbau von jährlich 1500 bis 2500 Stellen möglich - und das über zehn Jahre.

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