Thorsten Jablonski und Carsten Bätzold an Gesprächen beteiligt

Zukunftspakt in Wolfsburg: Zwei Baunataler verhandeln mit bei VW

Baunatal. In Wolfsburg feilen Vorstand und Betriebsrat derzeit an der Zukunft von Volkswagen. Eng verbunden mit dem so genannten Zukunftspakt ist die Ausrichtung des VW-Werk Kassel in Baunatal als größtes Komponentenwerk des Konzerns.

Werkleiter seit Anfang 2016: Thorsten Jablonski.

Die wichtigsten Fragen sind: Was wird aus der E-Motoren-Fertigung? Bleibt diese Zukunftstechnologie in Nordhessen? Mit Werkleiter Thorsten Jablonski (47) und Betriebsratschef Carsten Bätzold (50) sitzen zumindest zwei Vertreter des nordhessischen Werkes mit an den Verhandlungstischen.

Anfang, Mitte November, so heißt es seit Wochen aus Managementkreisen, solle es Ergebnisse um den Zukunftspakt geben. Gespannt blicken 17 000 Beschäftigte des Baunataler Werks nach Wolfsburg. Eine Frage, die in den Hallen immer wieder zu hören ist: Muss das gut funktionierende Werk in Baunatal Produktionsbereiche an schlechter laufende Standorte – beispielsweise nach Salzgitter – abgeben? Dem Vernehmen nach liegen die Baunataler bei allen Kennzahlen von Produktivität bis zur Innovationsfähigkeit vor den meisten anderen Werken, ganz besonders aber vor den Kollegen aus Salzgitter.

Nach außen gedrungen ist von dem Gerangel um künftige Aufgabenfelder bislang kaum etwas. Insider im Werk Kassel berichten lediglich: „Wir wissen noch gar nichts. Es ist einfach noch nichts entschieden.“ So macht sich eine gewisse Ratlosigkeit breit.

Thorsten Jablonski

Thorsten Jablonski, seit Januar 2016 Chef in Baunatal, ist nur indirekt in die Gestaltung des Zukunftspaktes eingebunden. Sein Einfluss endet bei Markenvorstand Thomas Schmall, der letztlich alle Komponentenwerke beim Vorstand und somit bei den Beratungen über den Zukunftspakt vertritt.

Fragen des Getriebebaus

Jablonski sitzt allerdings bei Gesprächen der Konzernspitze mit am Tisch, wenn es um Fragen des Getriebebaus geht. Er ist schließlich im Konzern verantwortlich für das Geschäftsfeld Getriebe, er entscheidet also mit, wo auf der Welt Schalteinheiten für Autos des VW-Konzerns gebaut werden. Auch das ist für die Baunataler wichtig, schließlich ist der Getriebebau mit rund 6000 Mitarbeitern der größte Bereich in der Fabrik.

Carsten Bätzold

Verhandelt diekt mit: Betriebsratschef Carsten Bätzold.

Geht es um die Zukunft der Marke Volkswagen Pkw, ist Thorsten Jablonski nicht dabei. Um die Verteilung der künftigen Aufgaben für die Teile bauenden Werke verhandelt nur Komponentenvorstand Thomas Schmall mit dem Gesamtbetriebsausschuss. In diesem Gremium sitzt allerdings mit Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold auch ein Nordhesse. Sollte Schmall Überlegungen zur Verlegung der E-Motoren-Fertigung von Baunatal ins Motorenwerk Salzgitter vorantreiben, so wie er es kürzlich bereits von den Baunatalern durchrechnen lassen hat, könnte Bätzold dagegen halten.

Ulrike Jakob

Sollten sich solche Planspiele weiter ins nächste Jahr verschieben, dann haben die Nordhessen ein weiteres Pfund mit am Verhandlungstisch. Ab Mai sitzt Ulrike Jakob (56) voraussichtlich mit im Aufsichtsrat von VW. Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende aus Edermünde rückt wohl über die Liste der IG-Metall und die gesetzliche Frauenquote für Dax-Unternehmen in das höchste Kontrollgremium von VW nach.

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