Wanderer verlaufen sich

Von Norbert Müller

Habichtswald/Zierenberg/Kassel. „Empörung, großer Ärger und Frust“, so beschreibt Dieter Hankel seine Empfindungen angesichts der Schmierereien auf Hinweisschildern für Wanderer zwischen dem Herkules und Naturparkzentrum auf dem Dörnberg bei Zierenberg. Hankel ist Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins (HWGV) Kassel und einer der Väter des beliebten Wanderweges Kassel-Steig, der über weite Strecken zwischen dem Kasseler Wahrzeichen und dem Dörnberg auf dem Habichtswaldsteig verläuft.

Vom Herkules bis zum Silbersee wurden die Markierungen mit schwarzer Farbe bis zur Unkenntlichkeit übersprüht, bis zum Naturparkzentrum Habichtswald dann mit rotbrauner. Sowohl die kleinen Alu-Täfelchen mit dem Habichtskopf für den Habichtswaldsteig als auch das blau-weiße Logo für den Kassel-Steig an den halbhohen Holzpfosten sind auf der rund zehn Kilometer langen Strecke betroffen, außerdem die gut zwei Meter hohen Schilderbäume, die an markanten Stellen die Richtung mit Entfernung anzeigen. Selbst die Markierungen für die Extratouren, die von den Hauptwegen abgehen, wurden nicht ausgelassen, klagt Hankel.

„Der Wanderer kann die Streckenführung nicht mehr erkennen und verläuft sich dadurch.“

Dieter Hankel

„Der Wanderer kann die Streckenführung nicht mehr erkennen und verläuft sich dadurch“, sagt der 75-Jährige. „Das ist sehr schlimm, auch für uns“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Denn: Wanderer aus dem gesamten Bundesgebiet wählen inzwischen gern die nordhessischen Premiumwanderwege – wegen der Natur, wegen der gepflegten Strecken und eben wegen der vorbildlichen Beschilderung. Auch immer mehr Schulklassen nutzten die Wanderwege. Jetzt sorge man sich um das Renommee der Wege: Durch diese „offenbar systematische Zerstörung der wichtigen Wegzeichen ist die Erhaltung der Qualität der beiden Wanderwege in hohem Maße gefährdet“, sagt Dieter Hankel.

Anzeige erstattet

Man wolle nun schnellstens die Schäden, die er auf mehrere Tausend Euro schätzt, beheben. Da warte viel Arbeit auf den Verein. Und auch auf die Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig, für die die Fäden bei Claudia Thöne von der Stadtverwaltung Naumburg zusammenlaufen. Sie spricht von einer „gezielten Aktion“, die schon vor zwei oder drei Wochen von bislang Unbekannten ausgeführt worden sei. Thöne hat – auch im Namen des Kasseler Wandervereins – Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Dezente Plaketten

Auch sie rätselt, was jemanden dazu getrieben haben könnte, die Etiketten bis zur Unkenntlichkeit vollzusprühen. „Die Plaketten sind doch sehr dezent, damit sie sich gut der Landschaft anpassen“, sagt sie.

Mit Dieter Hankel ist sie sich einig, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe. Wanderer bittet Claudia Thöne, „die Augen offen zu halten“ und verdächtige Beobachtungen zu melden, beispielsweise bei der Polizeistation Wolfhagen (05692/98290), wo auch die Anzeige erstattet wurde.

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