Weiter Fragezeichen hinter Kreisel in Großenritte

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Für Lkw schwer zu meistern: Die Kreuzung von Niedensteiner Straße (Mitte) und Besser Straße (rechts) ist relativ eng, das Abbiegen kostet Fahrer mit sperrigen Fahrzeugen Mühe.

Baunatal. Seit Jahren klagen Bürger über die unübersichtliche, für Lkw schwer zu bewältigende Kreuzung von Niedensteiner und Besser Straße in Großenritte. Die Stadt will den Knotenpunkt durch den Bau eines Kreisverkehrs entschärfen. Doch die Hürden dafür hängen hoch.

Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) rechnet selbst nicht vor 2019 mit einer Realisierung. Zuvor müssten die Kanäle auf dem Dorfplatz und unter der Straße „Unter den Linden“ saniert werden, dann der Abschnitt der Niedensteiner Straße zwischen Dorfplatz und Besser Straße. Zusammen mit dem Kreisel schnürt die Stadt eine Planungspaket. Ohne Zuschüsse vom Land ist dieses kaum umsetzbar. Er rechne „nicht vor Ende 2017“ mit einem Förderbescheid des Landes, sagte Schaub auf Anfrage.

Reiner Heine, Fraktionschef der SPD, hält die Entschärfung der Kreuzung weiter für dringend notwendig. „Das Verkehrsaufkommen dort ist riesig“, sagte er nach einer „rollenden Fraktionssitzung“, bei der die Fraktion mit Rädern in Baunatal unterwegs war.

Doch die Finanzierung ist nicht das einzige Problem für das Kreisel-Projekt. Noch scheint offen, ob der Platz für einen Kreisverkehr überhaupt ausreicht, auch wenn die Stadt bereits ein älteres Haus im Einmündungsbereich erworben hat, das für den Kreisel abgerissen werden kann, wenn es so weit ist. Im Rathaus sollen, wie verlautete, erste Skizzen darüber existieren, wie er aussehen könnte.

Falls weitere Flächen für das Bauwerk benötigt werden, könnte das schwierig werden. Denn der Parkplatz des Getränkemarkts Hadwiger grenzt an den Kreuzungsbereich. „Die Parkplätze brauche ich“, sagt Inhaber Matthias Hadwiger. Er ist nicht gerade ein Freund der Kreisel-Lösung. Mehr Sicherheit und weniger Unfälle könne man billiger haben, durch Lichtzeichen oder eine Bodenschwelle, die die Autofahrer zum Abbremsen veranlasse.

Selbst für die erste Etappe des Sanierungspakets für den Ortskern von Großenritte, die nach Schätzung von Schaub 2018 starten könnte, scheint es noch Diskussionsbedarf zu geben. Eine Reihe von Großenrittern wünsche sich, dass im Zuge der Kanalarbeiten der unter dem Dorfplatz verrohrte Leisel-Bach wieder als offenes Fließgewässer sichtbar werde. Früher sei der Bach offen geflossen und habe das dörfliche Ambiente Großenrittes geprägt, sagt SPD-Fraktionschef Heine. Daneben wünschten sich viele eine öffentliche Toilette auf dem Dorfplatz.

Heine plädiert in seiner Funktion als Abteilungsleiter des Musikzugs des GSV Eintracht Baunatal ebenfalls dafür: Beim traditionellen Dämmerschoppen des Musikzugs sei die Abteilung bisher auf die Freundlichkeit des Inhabers des Eiscafés am Dorfplatz angewiesen, der den Konzertbesuchern seine Toiletten zur Verfügung stelle. Daneben gebe es auch noch andere Veranstaltungen auf dem Dorfplatz, sagte Heine.

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