Niestetaler führte Event-Agentur in Kassel und engagierte sich in vielen Bereichen – Faible für Geschichte

Werner Bauer mit 66 Jahren gestorben

Werner Bauer Archivfoto: Wienecke

Niestetal. Im Alter von 66 Jahren ist der Niestetaler Werner Bauer am Montagabend überraschend gestorben. Bauer war Vorsitzender des örtlichen Geschichtsvereins. In Kassel führte er eine Agentur für Marketing-Konzepte, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit; er verfügte über erstklassige Kontakte über die Region hinaus.

Leben und Arbeit stellte Bauer unter das Motto von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Werner Bauer war ein politischer Mensch. Anfang der 80er-Jahre gründete er die grüne Bundespartei mit. Auch die Grünen in Niestetal hob er zu dieser Zeit mit aus der Taufe.

Von 1981 bis 1987 saß der studierte Volks- und Betriebswirt für die Grünen im Kreisausschuss. Als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter arbeitete er in der Vergabekommission mit und über Parteigrenzen hinweg gut mit Landrat Willi Eiermann (SPD) zusammen. Aus beruflichen Gründen legte Bauer 1987 sein Amt nieder. Anschließend war er über viele Jahre in Frankfurt und Hamburg beruflich tätig.

Werner Bauer hatte am 29. August 1946 auf Gut Ellenbach das Licht der Welt erblickt. Er wuchs bei seinen Großeltern auf Gut Windhausen auf. Diese Wurzeln waren für ihn sein ganzes Leben bestimmend. Mit 60 Jahren gründete er den Geschichtsverein Niestetal, dessen Vorsitzender er bis zu seinem Tode war.

Geschichtliches lag ihm sehr am Herzen. So engagierte sich Bauer für den Landschaftspark Gut Windhausen und sorgte dafür, dass das Schloss Windhausen in den Ecopfad Sensenstein eingefügt wurde.

Bauer war äußerst gebildet und verfügte über eine umfangreiche private Bibliothek. Mit seinem fundierten geschichtlichen Wissen konnte er einen ganzen Saal faszinieren. Bei Diskussionen über Themen aus Philosophie, Religion oder Soziologie – etwa im Verein Schloss Schönfeld – war er ein geschätzter Gesprächspartner.

In seiner Freizeit hörte Bauer gerne klassische und Jazzmusik. Als Anhänger der Slow-Food-Bewegung engagierte er sich für eine regional authentische Küche.

Werner Bauer war unverheiratet, er hatte keine Kinder. (hog)

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