Früher ein Szene-Laden in Sachen Beatmusik

Zurück in die 60er: Kettel-Club in Elgershausen feiert Revival

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„Einfach schick“: Die Kettels – hier mit Anhang – standen Pate bei der Namensgebung des Kettel-Clubs in Elgershausen, der als Szene-Laden für Beat-Freunde vor allem zwischen 1964 und 1969 Geschichte schrieb.

Schauenburg. Der Kettel-Club in Schauenburg war in den 1960er- und 70er-Jahren der Szene-Laden in Sachen Beatmusik in der Region. Wer die Zeit noch mal zurückdrehen will, kann das am 16. April beim Kettel-Club Revival im Elgerhaus tun.

Sie sind in die Jahre gekommen, aber immer noch leuchten ihre Augen, wenn sie vom Kettel-Club reden - ihrem Kettel-Club. In den 1960er-Jahren hatte sich der Elgershäuser Szene-Laden in Sachen Beatmusik bis weit über die Region hinaus einen Namen gemacht.

Harald Dosa und Hans Ickler sind zwei Mit-Macher der ersten Stunde. Bis heute zehren sie von der Zeit, in der an der Korbacher Straße 76 - dort, wo heute die Disco Savoy-nouvel residiert - viele namhafte Beat-Bands und Tausende Besucher ein und aus gingen. Diese Zeit wollen sie nun zurückholen - beim inzwischen sechsten Kettel-Club-Revival am Samstag, 16. April, ab 19 Uhr im Elgerhaus in Schauenburg-Elgershausen. Sie rechnen mit 500 bis 600 Besuchern.

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Kettel-Club: Erkennen Sie sich wieder? Wir suchen die Menschen, die damals im Beat-Club feierten

Schauenburg. Etwa 50 Jahre ist es her, als der Kettel-Club in Elgershausen abends aus allen Nähten platzte. Tausende Besucher strömten in den Beat-Club, der weit über die nordhessischen Grenzen hinaus bekannt war. Die Menschen auf unseren historischen Fotos aus den 1960er- und 1970er-Jahren ist anzusehen, dass sich der Besuch im Kettel-Club lohnte: sie lachen, albern und haben sich für den Abend ordentlich schick gemacht. Uns interessiert, welche Menschen hinter den fröhlichen Gesichtern stecken. Erkennen Sie sich auf einem der Fotos aus dem Kettel-Club wieder? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an kreiskassel@hna.de oder rufen Sie in unserer Redaktion unter 0 56 1/2 03 14 16 an. Zusammen mit Ihnen wollen wir zahlreiche Erinnerungen für eine lebhafte Geschichte über den ehemaligen Beat-Club sammeln. (cha)

+++ Aktion +++

 

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Das Besondere: Nichts beim Revival kommt aus der Konserve. „Wir haben drei Bands und zwei Sänger eingeladen“, sagt Dosa. Sie alle waren schon damals vor rund 50 Jahren musikalisch aktiv - und hatten alle schon ihre Auftritte im Kettel-Club. Nicht immer sei die Suche nach den Protagonisten der Beat-Vergangenheit einfach. „Die Leute sind natürlich alt geworden, und einige leider schon gestorben“, sagt Dosa, der selbst mit einem lädierten Knie zum HNA-Gespräch gekommen ist. Aber das sei kein Grund zu trauern. „Wir machen den Laden voll, wie damals - und die Leute werden tanzen“, sagt Ickler. Sogar einige Theken-Mädchen von damals - heute gestandene Damen - haben sie für den 16. April eingeladen.

„Die Jahre zwischen 1964 bis 1969 waren die beste Zeit“, erinnert sich Ickler, der im Kettel-Club kellnerte und später auch Platten auflegte. Noch gut kann er sich an die Auftritte von internationalen Bands wie „The Easy Beats“, „The Smokes“, „The Rattles“ und die „Blue Moons“ mit dem gebürtigen Eschweger und heutigen Schlagerstar G. G. Anderson - damals noch am Schlagzeug - erinnern.

„Der Wahnsinn waren ,The Smokes’ aus England“, sagt Ickler. Nach nur 20 Minuten sei deren Auftritt zu Ende gewesen. „Die haben ihren einzigen Hit, den sie hatten, dreimal gespielt. Der Rest war dann pures Unvermögen. Aber die Leute tobten“, erinnern sich Ickler und Dosa.

Den Namen Kettel-Club haben sie von einer Kasseler Band, die sich selbst „Die Kettels“ nannte. Warum? Sie trugen bisweilen kleine Kettchen an ihren Sakko-Brusttaschen. „Das war eben schick“, sagt Dosa. Ein- bis zweimal im Monat stand die Truppe auf der Bühne des Kettel-Clubs. „Bei denen war die Show schon fast wichtiger als die Musik“.

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„Die Kettels“ werden am 16. April nicht dabei sein, „dafür andere gute Leute“, schwärmt Dosa (siehe Information). Auch sie werden wieder den Zauber der 60er-Jahre auf die Bühne bringen. „Damals ging es ja um Umbruch“, sagt Dosa. „Die Eltern hörten Peter Alexanders ,Ich zähle täglich meine Sorgen’ und wir heimlich ,Satisfaction’ von den Stones. Das hatte was.“

Programm und Vorverkauf

Los geht das 6. Kettel-Club-Revival im Elgerhaus, Amters Hof 3, in Schauenburg-Elgershausen am Samstag, 16. April, ab 19 Uhr (Einlassab 18.30 Uhr). Es Spielen:

• John Baker (Jürgen Becker) aus der Schweiz wird begleitet von der Band „The Shake Rattle & Roll Band“ (vormals „Backbeat“).

• Die Band „Revolver“ aus Bad Wildungen

• Die Band „Look Back“ aus Künzell

• Sänger Chubby „Mr. Twist“

Karten für 12 Euro gibt es bereits im Vorverkauf (Abendkasse 14 Euro):

• Textilhaus Ickler, Poststraße 2, Elgershausen

• Kiosk Königsplatz, Kassel

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