Heimatmuseum in Hohenkirchen zeigt Kinderspielzeug aus der Nachkriegszeit

Zwei Geschenke von zwei Tanten

Mit Schlafaugen ausgestattet: Die Puppe im Kinderzimmer des Museums in Espenau stammt aus den 1950er-Jahren. Fotos:  Wienecke

Espenau. „Diese Spielsachen stammen von meiner Frau“, sagt Gottfried Klosse, als er durch das Heimatmuseum von Espenau führt. Der Hohenkirchener unterstützt den Museumsleiter Siegfried Lange dort regelmäßig und übernimmt bei Bedarf auch ab und zu die sonntägliche Öffnung des Museums.

„Ich habe die Puppe und die kleine Gänsemagd vor einigen Jahren dort hingegeben“, bestätigt Agnes Klosse. „Damals wurde das Kinderzimmer im Museum neu eingerichtet und das Puppenbettchen war noch leer.“ Beide Spielzeuge stammen aus den 1950er-Jahren.

„Meine beiden Tanten aus Kassel haben mir zum Geburtstag und zu Weihnachten immer gemeinsam Geschenke gemacht“, erinnert sich Agnes Klosse. Sie wurde 1945 geboren und ist in Blickershausen bei Witzenhausen aufgewachsen. Ihr Vater fiel vor ihrer Geburt im Zweiten Weltkrieg.

„Die Puppe war ein Überraschungsgeschenk der Schwestern meines Vaters, das ich mit sieben oder acht Jahren bekam. Ich erhielt damals ein großes Paket mit der Anweisung, es ganz vorsichtig auszupacken und war ganz stolz darauf“, berichtet die gelernte Schneiderin.

Die Schlafaugen der Puppe fand Agnes Klosse besonders schön. „Sobald ich die Puppe hinlegte, gingen ihre Augen zu“, erzählt sie. Später wurde die Puppe sorgsam auf dem Dachboden verstaut, bis sie schließlich ein neues Zuhause im Museum in Hohenkirchen fand. Auch die kleine Gänsemagd, bei der man durch das Ziehen an einer Schnur Arme und Beine wie bei einem Hampelmann bewegen kann, stammt von den zwei Tanten.

Das Heimatmuseum Espenau in Hohenkirchen, Am Kirchberg 4, ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt: Siegfried Lange, 05673/ 7916.

Von Bettina Wienecke

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