Ein zweiter Nistmast für die Störche

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Im alten Domizil: Seit Dienstag ist zumindest das Storchenweibchen wieder in Niestetal zurück. Hobby-Vogelkundler Johannes Brenner machte das Bild in den Vormittagsstunden. Das Männchen lässt allerdings noch auf sich warten. Im vergangenen Jahr hatte das Storchenpaar vier Jungvögel im Nest an der Fulda, von denen am Ende drei überlebten.

Nabu schuf neuen Brutplatz nahe dem Niestetaler Rathaus - Seit Dienstag ist altes Storchenweibchen wieder aus Afrika zurück

Niestetal. In Niestetal gibt es eine neue Brutstätte für Störche. Die Nabu-Arbeitsgemeinschaft (AG) Niestetal hat mit Unterstützung der Gemeinde Niestetal ein künstliches Storchennest gegenüber dem Rathaus aufgestellt. Bisher war noch kein Storch dort. „Aber wir warten jeden Tag darauf“, sagt Paul Krum, Leiter der Nabu-AG.

In gut neun Metern Höhe schwebt das Nest über der Rasenfläche an der Heiligenröder Straße. Ein Wagenrad haben die Nabu-Mitglieder dafür mit Ästen und Moos ausgelegt und am Mast befestigt, sagt Paul Krum. Der Bauhof der Gemeinde habe den Mast schließlich gut zwei Meter tief im Boden verankert und aufgestellt. Die Gemeinde habe das Vorhaben auch finanziell unterstützt und den Grund und Boden für das Nest zur Verfügung gestellt, freut sich der Naturfreund.

Bislang ist kein Storch in dem neuen Nest gewesen. „Aber es kann jeden Tag passieren, dass ein Storch kommt“, sagt Krum. Regelmäßig kontrolliert er deshalb das Nest. Er ist optimistisch: „Jedes Jahr waren Störche hier in Sandershausen und haben gebrütet.“

Tatsächlich ist inzwischen das bereits seit mehreren Jahren in Sandershausen bekannte Storchenweibchen aus seinem Winterquartier in Afrika wieder zurückgekehrt und hat das alte, seit 2008 bestehende Nest an der Fulda aufgesucht. Hobby-Vogelkundler Johannes Brenner hatte am Dienstag das erste Foto von dem Vogel gemacht.

Neues Domizil: Die Nabu-AG Niestetal hat auf einer Feuchtwiese direkt gegenüber dem Rathaus einen zweiten Nistmast aufgestellt.

„Normalerweise kommen die Männchen zuerst, um den alten Horst in Beschlag zu nehmen, bevor andere Vögel die Nistmöglichkeit nutzen“, sagt Krum. Warum das Männchen jetzt noch nicht da sei, sei schwer zu sagen. „Entweder überwintert das Männchen an einer anderen, viel weiter entfernten Stelle in Afrika als das Weibchen. Oder aber das Männchen hat die lange Reise nicht überlebt“, sagt Krum. Wirklich Sorgen müsse man sich allerdings erst ab April machen, wenn der Storchenzug vorbei sei. „Im vergangenen Jahr ist das Sandershäuser Storchenmännchen auch erst vier Wochen nach dem Weibchen gekommen“, sagt Krum.

Im vergangenen Jahr zogen die Sandershäuser Störche vier Jungtiere auf. „Eines von ihnen lebt allerdings nicht mehr“, sagt der AG-Leiter. Es sei beobachtet worden, dass einer der älteren Störche es gepackt und totgeschüttelt habe. Gefunden habe man das Jungtier aber nicht.

„Bedarf ist da“

Für Krum ist klar: „Der Bedarf ist da.“ Immer mal wieder habe er im Frühjahr sechs bis sieben Tiere am Fuldaufer beobachtet, die um das bereits bestehende Nest gekämpft hätten. Insgesamt gebe es in der Region zu wenig Möglichkeiten für Störche, um zu brüten. Über mehr Masten würde sich der 81-Jährige deshalb freuen.

Dass das neue Nest nun an einer durchaus viel befahrenen Straße stehe, störe die Tiere nicht, sagt er. Er ist sicher: Die Tiere werden das neue Nest schnell akzeptieren. Für ihre Nahrung müssen die Tiere allerdings selbst sorgen. Frösche, Maulwürfe und Mäuse würden sie sich suchen.

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