Kommentar

Denkmalschutz in Kassel: "Keine klare Linie"

Kassel. Wo der Denkmalschutz bei anderen Projekten in Kassel anscheinend großzügiger war, schaute er bei einem ähnlichen Bauvorhaben im Vorderen Westen nun genauer hin. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Bastian Ludwig.

Denkmalschutz und Stadtplanung sind unerlässlich: Sie verhindern, dass Städte wie Efeu wachsen – wild und ohne klare Richtung. Weil es für Bauherren um viel Geld geht, müssen die Behörden klare und nachvollziehbare Vorgaben machen. Der aktuelle Fall zeigt, dass das nicht immer so ist.

Was für das gescheiterte Bauprojekt an der Breitscheidstraße/ Ecke Kattenstraße gelten sollte, wurde an anderer Stelle in Kassel großzügiger gehandhabt. Beispiele gibt es genug: An der Reginastraße wurde ein großer Wohnriegel mit Flachdach gebaut, auf dem Areal des früheren Burgfeldkrankenhauses am Mulang entstehen Stadtvillen mit Flachdach, und an der Kurhausstraße stehen sogar zwei Stadtvillen, die auf Basis eines ungültigen Bebauungsplanes errichtet wurden.

Diese Fälle haben eines gemein: Die Neubauten befinden sich in Altbauvierteln, wobei am Mulang sogar besonderer Ensembleschutz gilt. Während die Stadt bei all diesen Projekten Wege gefunden hat, die Bauherren in ihrer Investitionsbereitschaft nicht zu stoppen, nahm sie es bei Jörg Lamprecht allzu genau. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Eindruck der Vetternwirtschaft entsteht.

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