Die Steiner-Strategie passt

K+S-Analyse: Kali- und Salzgeschäft ergänzen sich gut

Die Kali-Geschäfte laufen schleppend, die mit dem Salz etwas besser: K+S hat im ersten Quartal dieses Jahres einen Umsatz- und Ergebniseinbruch erlitten. Unser Archivfoto zeigt Sarah Lipp im Werk Werra. Foto: Reichel

Es hätte schlimmer kommen können: Analysten hatten dem Kali- und Salzproduzenten K+S für das erste Quartal ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 197 Mio. Euro zugetraut.

Tatsächlich sind es 218 Mio. Euro. Dass der im MDax der mittelgroßen Werte gelistete Konzern allen Widrigkeiten zum Trotz besser abgeschnitten hat als der nordamerikanische, russische und weißrussische Wettbewerb, ist vor allem zwei Umständen geschuldet:

- Zum einen fördert K+S nicht nur Standardkali, wie es auch die anderen tun, sondern auch hochpreisige Magnesium- und Schwefel-haltige Spezialitäten, die in dieser Zusammensetzung nur im Werra-Kalirevier vorkommen.

- Zum anderen verkaufen die Kasseler auch Speise- und Auftausalze sowie solche für den pharmazeutischen und industriellen Einsatz. Damit verdauen sie sinkende Kalipreise besser als die Wettbewerber.

Daher lässt K+S-Chef Norbert Steiner keine Gelegenheit aus, seine Zwei-Säulen-Strategie gegen interne und externe Widerstände zu verteidigen. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres leistete die Salzsparte sogar einen höheren Ergebnisbeitrag als das traditionell renditestärkere Düngemittelgeschäft.

Norbert Steiner

Unterdessen ist das Legacy-Projekt in Kanada weit fortgeschritten. Das nagelneue Bergwerk auf der grünen Wiese soll wie geplant im Sommer dieses Jahres angefahren werden. Von den veranschlagten knapp 2,8 Milliarden Euro sind nach Unternehmensangaben fast 90 Prozent verbaut. Von Kanada aus will K+S den nord- und südamerikanischen sowie den asiatischen Markt bedienen, was dem US-kanadischen Kali-Kartell Canpotex ein Dorn im Auge ist. Denn es hat gemeinsam mit dem 2013 zerbrochenen weißrussisch-russischen Gegenstück, der Belarusian Potash Company (BPC), lange Zeit die Weltmarktpreise diktiert. Zumindest in Nordamerika könnten die Kasseler mit ihrem neuen Bergwerk künftig den Markt aufmischen.

Mit Legacy (Vermächtnis, Erbe) und einem immer profitabler werdenden Salzgeschäft will K+S das Ergebnis bis 2020 um fast die Hälfte steigern. Steiner sieht sein Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt und spricht von „sehr guten Perspektiven“. Viele Anleger verübeln ihm aber, dass er das Angebot des kanadischen Rivalen Potash zur Übernahme der Kasseler für 41 Euro je Aktie ausgeschlagen hat. Die heutige Hauptversammlung könnte turbulent werden.

Am heutigen Mittwoch findet die Hauptversammlung des Unternehmens statt. Wir werden fortlaufend auf Kassel Live und hna.de und am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe darüber berichten.

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