„Unternehmen bleibt ein Aushängeschild“

K+S: Wirtschaftsförderer bedauern drohenden Abstieg in den MDax

Norbert Steiner

Kassel. Der aus heutiger Sicht nahezu unausweichliche Abstieg des K+S-Konzerns in den MDax trifft vor allem die Wirtschaftsförderer.

„Selbstverständlich ist K+S als Dax-Unternehmen ein zentrales Aushängeschild mit weltweiter Ausstrahlung, um das uns viele andere Regionen beneiden“, sagt Regionalmanager Holger Schach. Letztlich zähle aber nicht der Titel, sondern die Substanz und Perspektive des Unternehmens. „Und die wird auf lange Sicht wachstumsorientiert und damit für tausende Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Nordhessen sehr wichtig bleiben“, ergänzt Schach.

„Die K+S Aktiengesellschaft ist und bleibt ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort Region Kassel. Mit einer enormen Wertschöpfungstiefe und dem hohen Maß an Internationalität, ist das Unternehmen im globalen Wettbewerb aussichtsreich positioniert“, sagt der Chef der Wirtschaftsförderung Region Kassel, Kai-Lorenz Wittrock. Davon profitierten der Wirtschaftsstandort Region Kassel und Nordhessen gleichermaßen, unabhängig von einer Kategorisierung am Börsenplatz, ist Wittrock überzeugt.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner bedauert die Entwicklung. „Für die Mitgliedschaft gibt es aber klare Kriterien der Deutschen Börse, deren Erfüllung nach dem starken Kursrückgang eine große Herausforderung ist. Wir wissen, was wir können und sehen attraktive Zukunftsperspektiven“, sagte er unlängst in einem Interview. Der Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit würden K+S weiterhin Beachtung widmen, davon sei er fest überzeugt.

Unterdessen hat Steiner die jüngste Ebit-Prognose (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 780 bis 830 (Vorjahr: 641) Millionen Euro bestätigt, räumte aber ein, dass „wir am unteren Ende herauskommen werden“. Einige Analysten hatten K+S zuletzt nicht mehr zugetraut, die Prognose zu erreichen. Außerdem bekräftige er die Ausschüttung einer höheren Dividende. Für 2014 flossen 90 Cent je Anteilschein.

Angesichts des niedrigen Aktienkurses wird Steiner nicht müde, auf das Kurs(Potenzial) von K+S hinzuweisen. Vor allem von der für den Spätsommer geplanten Inbetriebnahme des neuen Kali-Bergwerks „Legacy“ (Vermächtnis/Erbe) in Kanada verspricht sich der Vorstandschef mittelfristig einen Ergebnis- und damit auch einen Kurssprung. Die Mine dürfte die weltweit niedrigsten Produktionskosten aufweisen.

Gleichzeitig verweist das Management auf die Zwei-Säulen-Strategie, die das Unternehmen weniger anfällig für Branchenkrisen mache. Denn neben Kali und Magnesium-haltigen Düngemittel-Spezialitäten, wie sie ausschließlich im hessisch-thüringischen Kalirevier vorkommen, haben die Kasseler als weltweiter Marktführer Salze für alle Lebensbereiche im Angebot. Sie beliefern Nahrungsmittelhersteller, Gastronomen und Endkunden und produzieren Auftau- sowie spezifische Salze für industrielle und medizinische Anwendungen.

K+S beschäftigt weltweit 14 300 Mitarbeiter, davon 10 000 im Inland und davon wiederum fast 6000 in Nord- und Osthessen sowie in Westthüringen.

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