Zustimmung, aber auch Kritik

Aktualisierte Liniennetzreform: Lob und Tadel für KVG-Pläne

Kassel. Auf die jetzt vorliegende aktualisierte Liniennetzreform der KVG gibt es zahlreiche Reaktionen, die wir hier dokumentieren.

SPD:  LOB

Mit der Reform hat die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) nach Meinung der SPD-Rathausfraktion den Bürgerbeteiligungsprozess ernst genommen. Die neue Fassung zeige, dass die KVG die zentralen Änderungswünsche aus den Ortsbeiräten und der Bevölkerung geprüft und aufgenommen habe, lobt SPD-Stadtverordneter Patrick Hartmann.

Es sei gut, dass es weiterhin eine direkte Verbindung vom Bahnhof Wilhelmshöhe über den Westfriedhof zum dez und eine Anbindung von Rothenditmold an den Vorderen Westen gebe. Eine bessere Busverbindung von Harleshausen und Waldau zur Innenstadt sowie die Erschließung Wehlheidens durch eine Stadtteillinie gehörten zu den Errungenschaften der Linienstrukturreform. Die Ausweitung der Taktfrequenz auf der Helleböhnstrecke sowie am Samstagnachmittag und die Beibehaltung einer guten Taktdichte in den Abendstunden zeige, dass die Forderung der SPD nach einem attraktiven Personennahverkehr eingehalten wurde.

In den Stadtteiltaxis in Harleshausen und Forstfeld sehe man eine Chance, den Bedürfnissen gerade mobilitätseingeschränkter Fahrgäste gerecht zu werden.

Grüne:  BÜRGERERFOLG

Ähnlich äußern sich die Grünen. Sie sprechen von einem Erfolg der Bürgerbeteiligung. „Der breite Protest, insbesondere gegen die Streichung einiger Buslinien, hat die KVG dazu veranlasst, die Linienführung zu überdenken. Wir glauben deshalb, dass die jetzt vorliegende Fassung auf erheblich breitere Zustimmung stoßen wird“, so Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. Auch die neuen Vorschläge für die Betriebszeiten und Takte in den Abendstunden gingen deutlich auf die Anregungen aus der Beteiligung ein. Vor einer abschließenden Bewertung wollen die Grünen den überarbeiteten Entwurf prüfen und in Abstimmung mit den Umweltverbänden insbesondere die dokumentierten Stellungnahmen der KVG zu den jeweiligen Bürgereingaben nachvollziehen.

BUND: ABLEHNUNG

Der Kreisverband Kassel im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt auch die überarbeitete Liniennetzreform ab. Am Ziel der KVG, durch Angebotsstreichungen viele Millionen Euro einzusparen, habe sich kaum etwas geändert, kritisiert Sprecher Stefan Bitsch. Stadtteiltaxen in Forstfeld und Harleshausen seien Kosmetik. Die Streichungen im Frühverkehr der Tram am Wochenende seien „ein Armutszeugnis für eine Großstadt, wenn Weltkulturerbe-Besucher sonntags erst ab 11 Uhr mit dem Nahverkehr in den Bergpark kommen“.

Nicht nachvollziehbar sei für den BUND weiterhin, warum an dem verwirrenden Linienasttausch der Trams 6 und 7 sowie 3 und 4 festgehalten werden soll. Bitsch fordert, die Einsparvorgaben in Millionenhöhe zurückzunehmen und eine Liniennetzreform mit Angebotsverbesserungen statt Streichungen vorzulegen.

Initiative Nahverkehr: KRITIK

Gedämpfte Freude über die Pläne gibt es bei der „Initiative Nahverkehr für alle“. Dank des Engagements der Bürger sei es gelungen, die Verbindung von Rothenditmold in den Vorderen Westen und nach Wehlheiden zu erhalten, sagt Mitinitiatorin Violetta Bock. Vergleiche man die Überarbeitung jedoch mit dem jetzigen Nahverkehrs-Angebot, fänden sich immer noch Einschränkungen. Der neue Plan zur Netzreform müsse allen zugänglich gemacht wird, damit ihn jeder selbst genau unter die Lupe nehmen könne, fordert Bock. Wenn höhere Fahrgastzahlen erreicht werden sollen, müssten die Fahrkarten für Busse und Trams preiswerter werden. „Denn was bringt ein attraktives Liniennetz, wenn man sich das benötigte Ticket nicht leisten kann?“, fragt Bock.

Lesen Sie auch:

- Liniennetzreform der KVG in Kassel: Die wichtigsten Neuerungen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.