Schillernder Unternehmer

Jörg Lamprecht hat in 20 Jahren vier erfolgreiche Unternehmen gegründet

Innovative Produkte aus Kassel für die USA: Jörg Lamprecht hält vor der Orangerie einen Drohnenfinder hoch. Foto: Koch

Kassel. Auf die Frage, was er als Nächstes machen werde, antwortet Jörg Lamprecht mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich habe noch einige Ideen.“ Welche, verrät er allerdings nicht.

Ganz gleich, was der 46-jährige Kasseler noch angehen wird, der Erfolg scheint programmiert. Denn alles, was er bislang angepackt hat, gelang.

Aus Geschäftsideen entstanden erfolgreiche Start-ups, die der Mathematiker und Informatiker nach der Anlaufphase stets erfolgreich verkaufte. Lamprecht gehört zweifelsohne zu den schillerndsten Unternehmern der Region.

Zurzeit bringt er gemeinsam mit seinen Partnern und Freunden Dr. Ingo Seebach und Rene Seeber sein jüngstes Baby zum Laufen: Die Dedrone GmbH hat eine weltweit einzigartige Technik zur Erkennung von Drohnen entwickelt und produziert sie in Kassel. Seit einigen Wochen lebt der aus Simmershausen stammende Lamprecht mit Ehefrau und zwei seiner drei Kinder im globalen Mekka der IT- und Hochtechnologie-Industrie, im Silicon Valley im Süden San Franciscos.

Der Umzug auf unbestimmte Zeit hat nicht nur damit zu tun, dass in den USA derzeit die größten Projekte laufen. Dort wollen die Kasseler ihren Dronetracker (Drohnenfinder) an Gefängnisse, staatliche Stellen, Militärbasen und große Stadien verkaufen, um diese Einrichtungen vor Anschlägen und Spionage aus der Luft sowie Drogen- und Waffenschmuggel zu schützen.

Ein weiterer Grund für die Wohnortverlagerung ist die Innovationsfreude im Silicon Valley. „Dort ist das Umschlagzentrum für IT. Dort werden kleinste Unternehmen in kürzester Zeit groß gemacht. Es ist irre, was da abgeht“, kann der umtriebige Kasseler seine Begeisterung kaum verbergen. Und ebenso wichtig: Dort ist das Kapital viel risikofreudiger. Ein großer, milliardenschwerer Fonds, der bereits in zahlreiche innovative Unternehmen investiert hat, hat sich unlängst mit neun Mio. Euro Wagniskapital bei Dedrone eingekauft. Mit dem Geld soll die Technologie weiterentwickelt und die Serienproduktion aufgebaut werden. „So viel hätten wie hier nie bekommen“, meint Lamprecht.

Und wie kommt der Hobby-Flieger, der bereits zweimal „Entrepreneur (Unternehmer) des Jahres“ war, auf all die guten Ideen? „Da gibt es keinen geordneten Prozess. Ich habe einen Einfall und versuche, ihn umzusetzen“, sagt er. Das Entscheidende sei, es anzugehen, auch wenn man Gefahr laufe zu scheitern. Einen Grund für seinen Erfolg sieht der Freizeitkoch in seiner Teamfähigkeit. „Nicht die Einzelleistung führt zum Erfolg. Es sind immer die guten Teams, die gewinnen“, erklärt er auch mit Blick auf seine Partner und verrät einen weiteren Grund: „Man muss Leute einstellen, die besser sind als man selbst.“

Lamprecht und Partner wollen Dedrone in Kassel halten. Die Stadt habe eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur und ein großes Mitarbeiterpotenzial, biete mit der Uni ein tolles Forschungsumfeld und weise moderate Löhne und Mieten auf. „Warum sollten wir weggehen?“, schließt er.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.