Bei Lasertag trifft Kindheit auf Videospiel - Wir haben es getestet

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Den Phaser im Anschlag: Die HNA-Volontäre Moritz Gorny (von links), Maik Dessauer, Chantal Müller und Margarete Leissa nehmen ihr nächstes Ziel ins Visier.

Kassel. Lasertag (oder Lasergame), das Kultspiel aus den USA, wurde in Deutschland vor allem durch die Serie „How I Met Your Mother“ bekannt. Seit Juni gibt es nun auch eine Lasergame-Arena in Kassel. Wir haben das schweißtreibende Spiel getestet.

Fazit: Der Freizeittrend befriedigt ein kindliches Bedürfnis nach Kostümierung.

Dichter Nebel wabert durch die düsteren verwinkelten Gänge. Elektronische Musik dröhnt aus den Boxen in der alten Turnhalle der Nachrichtenmeisterei. Stakkatoartige Lichtblitze blenden die Augen. Der Puls steigt. Mit dem Infrarot-Gewehr im Anschlag schleichen die Spieler durch die labyrinthartige Arena. Vorbei an dem Horror-Clown, über bunte Klettergerüste und unter herabhängenden Ästen hindurch wagen sie sich immer weiter vor in das feindliche Terrain.

Ausgelaugt nach einer Stunde in der Arena: Die HNA-Volontäre Maximilian Bülau (von links) und Maik Dessauer kamen beim Kasseler Lasergame ganz schön ins Schwitzen.

Jede Wand, jede Kiste dient als Schutz. Plötzlich huscht ein Schatten vorbei. Blitzschnell springt eine schwarzgekleidete Gestalt hinter einerKiste hervor und feuert unsichtbare Schüsse aus seiner Plastikpistole ab. Bevor der Gegenspieler reagieren kann, blinken die roten Infrarot-Sensoren an seiner Weste auf und ein schriller Signalton sagt ihm: Du wurdest „getagt“, also mit dem Laser markiert.

Lasertag ist ein Spiel mit einer ganz besonderen Stimmung. Es ist wie damals als Kind, als man mit selbstgeschnitzten Holzpistolen Räuber und Gendarm gespielt hat. Aber gepaart mit der Atmosphäre eines Computerspiels. Schweißtreibend ist das Ganze auch. Bei Lasergame, wie es in Kassel heißt, gehe es vor allem darum, die eigenen Sinne zu schärfen, erklärt Julian Theis.

Er ist der Initiator der Kasseler Lasertag-Variante. Der 33-Jährige ist Mitgründer der Initiative Junge Kultur (IJK) Kassel. Er möchte auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof ein kulturelles Angebot etablieren. Das Lasergame ist dabei das Flaggschiff.

Der Faktor Gewalt

Aber fördert ein solches Spiel nicht vorhandenes Gewaltpotenzial, wie es auch sogenannten Killerspielen unterstellt wird? Dazu hat Theis eine klare Meinung: „Natürlich ist eine gewisse optische Assoziation vorhanden, aber im Spiel ist der Gewaltfaktor nicht existent.“

Und tatsächlich: Lasertag befriedigt, wenn auch nicht direkt, vor allem das kindliche Bedürfnis nach Versteckspiel und Kostümierung. Die eigene Verwandlung, das Rollenspiel, wird durch die Szenerie geschaffen. Sie bietet dem Spieler den Raum, sich in eine Fantasiewelt zu begeben.

Damit trifft Lasertag den Zahn der Zeit. Live-Rollenspiele wie auch die Exit-Games, in denen der Spieler Rätsel lösen muss, um aus einem verschlossenen Raum zu entkommen - und das unter Zeitdruck - sind beliebt. Auch beim Lasertag rast der Puls noch lange nach einer Stunde Spielzeit.

Hintergrund: So funktioniert Lasertag

Lasertag (‘tag’ kommt aus dem Englischen und bedeutet Markierung), oder auch Lasergame, ist ein Spiel, bei dem zwei Teams in einer labyrinth- oder parcourartigen Arena gegeneinander antreten. Die Spieler sind dabei mit gewehr- oder pistolenähnlichen Infrarotsignalgebern - auch Phaser genannt -sowie Infrarotgurten oder -westen ausgestattet. Trifft ein Spieler mit dem Phaser einen Gegner an einem der Signalpunkte, ist dessen Ausrüstung für kurze Zeit deaktiviert. Treffer beim Lasertag sind somit also komplett schmerzfrei. In Deutschland gibt es zurzeit etwa 150 Arenen. Seit Mitte Juni hat die Kasseler Arena in der Franz-Ulrich-Straße 18 geöffnet.

Infos zur Buchung gibt es im Internet unter www.modern-playground.com.

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