4 Generationen

Wir sagen Danke und Willkommen

Lederhaus Schumann wird in neue, ebenso kompetente Hände übergeben

Das Lederhaus Schumann ist eine Institution in Kassel. 

Antje-Gudrun und Michel Russo führen das traditionsreiche Fachgeschäft in der vierten Generation. Nun wollen die Russos „Danke, Merci“ und „Au revoir“ sagen. Isabel Bernhörster-Schlink und Thomas Bernhörster, die bereits in Gütersloh und Paderborn zwei Lederwaren-Fachgeschäfte betreiben, werden die Geschäftsführung zum 1. August übernehmen und das exklusive Lederhaus am Königsplatz weiterführen. Seit 1978 sind Antje-Gudrun und Michel Russo in dem Familienbetrieb tätig, den sie von Antje-Gudrun Russos Eltern, Erika und Dr. Karl Schumann, übernahmen. Sie haben das Haus kontinuierlich zu Kassels erster Adresse für qualitätsbewusste und trendorientierte Kunden weiterentwickelt. Im Lederhaus Schumann findet man exklusive Kollektionen – zum Beispiel von Longchamp, Paris – in einer Auswahl, die in jeder Großstadt mühelos bestehen kann. Die Top-Marken und die qualifizierte, persönliche und freundliche Beratung des gut ausgebildeten Fachpersonals machen die Besonderheit dieses Unternehmens aus. 

Familientraditionen 

Links oben: Die erste Generation, das Ehepaar Flentje. Links unten: Die zweite Generation, Eduard Schumann vor der Lederhandlung am 1. November 1923 eröffnete. Fotos: privat 2tes Foto von links: Die dritte Generation: Erika und Dr. Karl Schumann.Die vierte Generation: Antje-Gudrun und Michel Russo, sie übergeben das schöne Geschäft am Königsplatz an junge, qualifizierte Kollegen.Fotos: Sandra Köhler / Jutta Kneissler

„Wir freuen uns, unsere Firma in erfahrene, kompetente Hände einer Familie zu übergeben, die selbst auf eine 150-jährige Tradition im Einzelhandel zurückblicken kann“, sagt Antje-Gudrun Russo. Ähnlich wie ihr selbst, wurde auch Isabel Bernhörster-Schlink die Leidenschaft für Lederwaren in die Wiege gelegt. „Wir sind da beide einfach reingewachsen und haben schon als Kinder unser Taschengeld im elterlichen Betrieb aufgebessert“, sagt Antje-Gudrun Russo. Bewegte Geschichte Das Lederhaus Schumann blickt auf eine bewegte und wechselvolle Geschichte zurück. „Unser Haus hat mehr als eine Wirtschaftskrise, einen Weltkrieg und auch das große Sterben der inhabergeführten Einzelhandels-geschäfte überlebt“, sagt Antje-Gudrun Russo. Im Jahr 1923 eröffnete Eduard Schumann – der Großvater der heutigen Inhaberin – seine Lederhandlung in der Mittelgasse. Der Betrieb lag mitten in der Kasseler Altstadt unweit der Markthalle. Ein zentraler Standort – der dem Familienunternehmen im Zweiten Weltkrieg allerdings zum Verhängnis wurde: Das Ledergeschäft wurde – wie fast die gesamte Kasseler Altstadt – beim Bombenangriff im Oktober 1943 vollständig zerstört. 

Neustart nach dem Krieg 

Nach dem Krieg kauften die Schumanns das Grundstück am Königsplatz, wo sich noch heute der Firmensitz befindet. Antje-Gudruns Russos Eltern, Erika und Dr. Karl Schumann, haben das Unternehmen Stück für Stück aufgebaut. Waren es vor dem Krieg noch handgenähte Sättel und Zaumzeug, die die Kunden begeisterten, fanden in den Nachkriegsjahren vor allem robuste Schuhe und warme Ledermäntel reißenden Absatz. „Immer wenn Geld übrig war, wurde ein neues Stockwerk aufgesetzt“, erinnert sich Dr. Karl Schumann. Der 96-Jährige hat nicht nur sein Unternehmen geprägt. Als Präsident des Einzelhandels-Verbandes und Vizepräsident der IHK hat er sich viel für Kassel und die Region eingesetzt. Für sein jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement für die nordhessische Wirtschaft wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Seine Tochter Antje-Gudrun Russo studierte Betriebswirtschaft. Eigentlich hatte sie von einer künstlerischen Zukunft geträumt, entschied sich aber, mit ihrem Mann Michel, einem Südfranzosen, den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

Modisches mit Qualität

Bedarfsware wie in den Nachkriegsjahren wird am Königsplatz schon lange nicht mehr verkauft. Das Ehepaar hat Michel Russos gute Kontakte zu französischen und italienischen Designern kontinuierlich ausgebaut. „Wir haben immer Wert auf Exklusivität und Qualität gelegt, billige Massenware aus dubiosen Herkunftsquellen kam uns nie ins Haus“, sagt Michel Russo. Im Lederhaus Schumann bekommt man seit Jahren eine bestens sortierte Auswahl an ausgesucht schönen Taschen, trendigen Accessoires und hochwertigem Reisegepäck. „Ein Sortiment, wie es unsere Kunden gewöhnt sind, erfordert neben der Corporate Identity einen gezielten Blick auf aktuelle und zukünftige Entwicklungen“, erklärt Antje-Gudrun Russo. Deshalb waren sie sehr häufig auf internationalen Messen unterwegs, um trendweisende Ware nach Kassel zu holen. 

Begegnung vor vier Jahren

Die sechste Generation steht fast schon in den Startlöchern: Isabel Bernhörster-Schlink und Thomas Bernhörster mit ihrem Sohn Julius. Für das Familienunternehmen mit Fachgeschäften in Gütersloh und Paderborn kommt als dritter Standort Kassel hinzu.

Auf einer dieser Messen lernten sie vor vier Jahren Thomas Bernhörster kennen. Er erinnert sich noch genau an die erste Begegnung. Im Gespräch mit einem Hersteller machte dieser Bernhörster auf das Paar aufmerksam: „Das ist übrigens Familie Russo vom Lederhaus Schumann aus Kassel, einem richtungsweisendem Leder-Fachgeschäft.“ Alle Beteiligten dachten damals allerdings noch nicht daran, dass aus dieser Vorstellung einmal eine Betriebsübernahme werden sollte.

Mitarbeiter bleiben
Am 1. August wird die Vision von damals Wirklichkeit und Leder-Schlink übernimmt das Kasseler Unternehmen. „Geschäftsleitung und Beschäftigte sind engagiert bis ins Detail, top geschult und seit vielen Jahren ein Teil der langen Tradition des Lederhauses Schumann“, sagt Thomas Bernhörster. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, alle Mitarbeiter zu übernehmen, was die Russos besonders stolz und glücklich macht. Auch der Name Lederhaus Schumann bleibt bestehen. Das exklusive Sortiment des Unternehmens bleibt erhalten und soll um einige Topmarken erweitert werden. Kunden dürfen sich also auf die gewohnte Qualität und neue Inspirationen und Styles freuen. Antje-Gudrun und Michel Russo verabschieden sich mit dem guten Gefühl, dass das Lederhaus Schumann mit Herz und Erfahrung weitergeführt wird und Kassels erste Adresse für qualitäts- und modebewusste Kunden bleibt. (jkn) 

Die Geschichte des Familienunternehmens
Schlink beginnt im Jahr 1868. Seit dem ersten Tag pflegt die Familie die Tradition des ehrlichen Handwerks – und ihre Bewahrung stellt sie sicher, indem sie die Führung des Unternehmens seit der Gründung in ununterbrochener Folge jeweils an den ältesten Sohn der Familie übergeben hat. Ein – wenn auch kleiner – Bruch dieser Tradition erfolgte im Jahr 1995: Dieses Mal war es nicht der Sohn, sondern die Tochter, Isabel Bernhörster-Schlink, die als fünfte Generation in die Geschäftsführung des Familienunternehmens eintrat. 

Download der Sonderseite Lederhaus Schuhmann

Unterstützt wird sie seit 2013 von ihrem Mann Thomas Bernhörster. Der Marketing- und Vertriebsexperte gab seine Managerposition in einem international tätigen Konzern zugunsten des Familienunternehmens auf und wird ab 1. August auch Geschäftsführer im Lederhaus Schumann in Kassel sein. Die Lederwarenfachgeschäfte „Schlink – Tradition in Leder“ in Gütersloh und Paderborn sind dort – ebenso wie das Lederhaus Schumann in Kassel – die erste Adresse für Kunden, die höchsten Wert auf Qualität, Service und Design legen. „Ein wesentlicher Aspekt für die Geschäftsübergabe an Familie Bernhörster/Schlink ist, dass Denken und Geschäftsphilosophie beider Häuser sehr ähnlich sind,“ sagt Antje-Gudrun Russo. Thomas Bernhörster kennt Nordhessen und Kassel übrigens gut: Der passionierte Jäger hat ein Revier im Wolfhagener Land gepachtet und ist immer schon ein großer Kassel-Fan.

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