Pläne wurden aktualisiert

Liniennetzreform der KVG in Kassel: Die wichtigsten Neuerungen

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft hat auf die Kritik von Fahrgästen reagiert und die Pläne für die Liniennetzreform im Jahr 2017 aktualisiert. Die wichtigsten Neuerungen:

Bus fährt weiter an die Dönche

Nach den Wünschen vieler Bürger bleibt es mit der künftigen Linie 11 bei einer durchgehenden Busverbindung vom Bahnhof Wilhelmshöhe über die Haltestellen an der Dönche bis zum Dez-Einkaufszentrum im Stadtteil Niederzwehren.

Die Busse der Linie 11 sollen künftig montags bis freitags in der Zeit von 5 bis 20 Uhr im 15-Minuten-Takt verkehren. An der genauen Taktung an den Wochenenden tüfteln die Nahverkehrsplaner der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) noch. Die Busse werden aber auf jeden Fall samstags und sonntags seltener fahren als an Werktagen.

Bisher sind auf der Strecke die Buslinien 12 und 24 unterwegs. Ursprünglich wollte die KVG ab 2017 gar nicht mehr mit Bussen über die Dönche-Haltestellen fahren. Fahrgäste sollten dort nur noch mit Anruf-Sammel-Taxis transportiert werden.

Gegen diese geplante Kappung der beiden Linien gab es die meisten Beschwerden: Rund 450 von insgesamt annähernd 1100 Bürgereingaben zur Liniennetzreform wandten sich gegen den Wegfall der Busverbindung über die Dönche.

Bei insgesamt 80 Prozent der Bürgereingaben ging es um die ursprünglich geplanten Veränderungen bei den Buslinien, hier gab es besonders viel Kritik. 20 Prozent der Eingaben betrafen die geplanten Änderungen bei den Straßenbahnlinien.

Verbindung in Vorderen Westen bleibt

Auch die direkte Busverbindung zwischen Rothenditmold und Vorderem Westen sowie Wehlheiden bleibt. Die derzeitige Linie 27 wollte die KVG ursprünglich kappen. In der Folge hätte es keine direkte Verbindung mehr zwischen Rothenditmold und dem Vorderen Westen gegeben. Das hatte annähernd 100 Bürgereingaben ausgelöst.

Künftig soll die Buslinie 13 alle 30 Minuten über das Tannenwäldchen und die Jugendherberge fahren. Der Bus 12 fährt ebenfalls von Rothenditmold über den Bahnhof Wilhelmshöhe bis nach Wehlheiden. Die beiden künftigen Linien 12 und 13 ergänzen sich laut KVG auf Streckenabschnitten zu einem durchschnittlichen 15-Minuten-Takt zwischen Weserspitze und Rothenditmold sowie zwischen Wehlheiden und dem Auestadion. Mit dem Bus 13 kann man am Auestadion künftig weiterfahren und auf direktem Weg das neue Auebad an der Fulda erreichen. Dorthin setzt der Bus künftig seine Fahrt mit der Linie 16 fort.

In Wehlheiden soll es künftig zudem einen eigenen Stadtteilbus geben. Dieser Bus mit der Nummer 25 soll Wehlheiden auf einer Rundstrecke besser erschließen und zudem für Anschluss an die Tramlinien sorgen, die nicht durch Wehlheiden führen. Diese Anschlüsse an den Tramverkehr sind mit dem Stadtteilbus künftig an der Wilhelmshöher Allee und an der Frankfurter Straße zu erreichen. Der Stadtteilbus 25 soll montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr im 30-Minuten-Takt fahren.

Mehr Platz in der Tram nach Baunatal

Mit Tram-Beiwagen will die KVG künftig auf der neuen Straßenbahnlinie 6 (Ihringshäuser Straße über Innenstadt und Frankfurter Straße bis Schulzentrum Brückenhof, in zweiter Ausbaustufe bis Baunatal) fahren und damit mehr Platz für Fahrgäste schaffen. Im Beiwagen gibt es weitere 65 Plätze zur regulären Tram mit rund 130 Plätzen. Zehn gebrauchte Tram-Anhänger hat die KVG in Rostock gekauft und für den Einsatz in Kassel umgerüstet.

Spätverkehr alle 15 Minuten wird erhalten

Die Fahrten von Bussen und Trams nach 22.30 Uhr werden nicht reduziert, der Spätverkehr bleibt erhalten. Die Tram-Linien auf Frankfurter Straße, Wilhelmshöher Allee und Friedrich-Ebert-Straße fahren bis Betriebsschluss gegen Mitternacht im 15-Minuten-Takt. Es bleibt auch bei den Nachtschwärmer-Angeboten Freitag und Samstag. Allerdings soll es bei den geplanten Taktreduzierungen samstags von 6 bis 8 und sonntags von 7 bis 11 Uhr bleiben.

Wolfsanger: Bus fährt weiter im Ortskern

Für Proteste im Stadtteil Wolfsanger/Hasenhecke hatte der KVG-Plan gesorgt, die Buslinie aus dem alten Ortskern an der Kirche herauszunehmen. Der Bus sollte künftig nur noch über den Wolfsgraben fahren. Entfallen wäre dann auch die Haltestelle am Altenwohnheim an der Wolfsangerstraße. Die Neuplanung nach Bürgerwünschen sieht so aus: Der künftige Bus 27 fährt alle 30 Minuten vom Wolfsgraben (Straßenbahnanschluss) zur Tram-Endhaltestelle Ihringshäuser Straße. Der künftige Bus 26 fährt alle 30 Minuten vom Wolfsgraben wieder über die Haltestellen Meierstraße (Altenwohnheim) und Zeppelinstraße bis hinauf zur Hasenhecke.

Stadtteiltaxi in Harleshausen und Forstfeld

In den Stadtteilen Harleshausen und Forstfeld gab es viel Kritik an den geplanten Einschnitten im Busverkehr. So wäre nach der ursprünglichen Planung in Harleshausen das Freibad nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen gewesen. In Forstfeld wäre die Verbindung von der Seniorenwohnanlage am Lindenberg zum Ortsteilzentrum entfallen. Die KVG will den Bürgerbeschwerden in beiden Stadtteilen mit einem zusätzlichen Stadtteiltaxi abhelfen. Der geplante Verlauf der neuen künftigen Buslinien 10 in Harleshausen sowie 35 in Forstfeld soll aber nicht verändert werden. Allerdings wird für die Buslinie 10 in Harleshausen nun ein besserer 20-Minuten-Takt bis Rasenallee angestrebt.

Harleshausen 

Das künftige Stadtteiltaxi Linie 94 in Harleshausen wird die bisherigen Haltestellen am Schwimmbad und an der Eschebergstraße anfahren.

Forstfeld 

Am Lindenberg im Stadtteil Forstfeld wird künftig das Stadtteiltaxi Linie 95 die Bewohner der Seniorenwohnanlage ins Ortsteilzentrum am Forstbachweg bringen. Der Verkehr wird in beiden Fällen als Anruf-Sammel-Taxi (AST) eingerichtet, das werktäglich von 8 bis 18 Uhr abrufbar ist. Die KVG will zudem künftig für eine moderne Buchungsplattform für den AST-Verkehr sorgen.

So funktioniert Sammel-Taxi auf Abruf

Auf den Linien mit Anruf-Sammel-Taxi (AST) sind keine Busse, sondern Taxen oder Mietwagen unterwegs. Die haben ebenfalls einen Fahrplan, fahren aber nicht regelmäßig die Haltestellen an, sondern nur dann, wenn ein Fahrgast eine Fahrt per Telefon bestellt. Das kann bis zu 15 Minuten vor Fahrtantritt geschehen. Niemand muss sich also Stunden oder gar Tage vorher überlegen, ob er ein Sammel-Taxi nutzen will. Im Taxi gelten alle KVG-Fahrkarten wie in Bussen oder Trams. Einzelfahrscheine können zum selben Preis wie am Automaten oder in Verkaufsstellen auch im Taxi gekauft werden. Die AST-Fahrzeuge sind auch mit Rollator oder Rollstuhl zu nutzen. Das muss bei der Bestellung der Fahrt per Telefon aber gesagt werden. Nur dann kann die Zentrale ein ausreichend großes oder entsprechend ausgestattetes Fahrzeug zur gewünschten Haltestelle schicken.

Vor allem ältere Menschen scheuen nach Erfahrungen der KVG, sich für den geringen Preis eines KVG-Fahrscheins im Taxi chauffieren zu lassen. Doch das ist für die KVG günstiger, als mit einem großen, aber leeren Bus vorzufahren. Niemand sollte sich daher scheuen, das Sammel-Taxi in Anspruch zu nehmen. Der AST-Verkehr sorgt auch dort, wo nur wenige Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren wollen, für die Mobilität.

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