Heute ist Eröffnung

L’Osteria am Königsplatz serviert die erste Riesenpizza

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Die schafft man nur, wenn man sie sich mit anderen teilt: Die 45-Zentimeter-Pizzen sind das Markenzeichen von L’Osteria. Von links Betriebsleiter Thomy Nachtigall, die Küchenkräfte Francesco Tirrito und Robert Kaczmarczyk sowie Inhaber Jan Hausen, der bereits vier weitere L’Osteria-Standorte betreibt.

Kassel. Es ist ein wenig, als sei das ehrwürdige „Da Bruno“ am Königsplatz wiederauferstanden: Im neuen Kasseler Lokal der aufstrebenden Pizza- und Pastakette „L’Osteria“, das heute offiziell eröffnet, ist alles strikt nach Konzept geplant und gestaltet.

Und doch wirkt die Einrichtung wie behaglich eingewohnt - als hätte der Italiener um die Ecke vor vier, fünf Jahrzehnten das Mobiliar ausgesucht und seither nur zurückhaltend modernisiert. Dunkle Holzmöbel in verschiedenen Farbtönen schaffen eine Illusion des Gealterten und zufällig Zusammengewürfelten. Weiße Wandpaneele, bronzierte Spiegel, 60er-Jahre-Leuchten und plüschig-grüne Sitzbänke sind noch in jüngerer Zeit bei mancher Kasseler Lokal-Renovierung herausgerissen worden - im L’Osteria sollen sie für den Dolce-Vita-Charme vergangener Tage sorgen. „Das Gefühl macht bei uns 50 Prozent aus“, sagt Jan Hausen, Betreiber und Joint-Venture-Partner der Nürnberger Gastrokette.

A propos Gefühl: In Hausens neuen Kasseler Standort sind auch einige Einrichtungs-Gene der Münchner Schickeria eingeflossen. Diverse Details, etwa der ovale, holzverkleidete Tresen, sind baugleich mit der neuen L’Osteria-Filiale an der Elisabethstraße in Schwabing. Und dort wiederum war zuvor das legendäre Münchner Szenelokal „Romagna Antica“ ansässig, das für Helmut Dietls Kultfilm „Rossini“ als Vorlage diente.

Kassel ist der 61. Standort des schnell wachsenden Unternehmens, dessen Markenzeichen riesige 45-Zentimeter-Pizzen sind. Allein dieses Jahr sollen knapp 20 weitere Lokale hinzukommen, nach Österreich und der Schweiz soll demnächst das erste englische L’Osteria in Bristol eröffnen.

Nach einem geeigneten Standort in Kassel hat Hausen nach eigenen Angaben zwei Jahre lang gesucht. Angesichts der hohen Umsatzerwartungen des Konzerns habe das Lokal am Königsplatz 36 firmenintern eigentlich als zu klein gegolten, sagt der Betreiber: „Aber die Lage ist natürlich super.“ Weil der Vermieter die Fläche eines früheren Spielwarenladens nach hinten erweitert habe, reiche die Fläche nun aus, um eine Investition von 1,8 Millionen Euro erwirtschaften zu können. Bei gut 120 Plätzen und noch einmal so vielen im Außenbereich kalkuliert Hausen mit jährlich 160 000 Gästen, die Lust auf Pizza und Pasta haben.

Die italienischen Lieblingsgerichte seien die zweite Hälfte des Erfolgsrezepts von L’Osteria. „Unsere Produkte sind wirkliches Handwerk“, betont Hausen. Der Pizzateig werde im Haus selbst angesetzt, die Nudeln kämen aus einer firmeneigenen Manufaktur. In einer offenen Küche können die Gäste die Zubereitung der Speisen verfolgen.

Anders als bei Mitbewerber Vapiano nehmen Servicekräfte die Bestellungen an den Tischen auf. Auch das soll dazu beitragen, dass sich die Gäste wie beim Lieblings-Italiener um die Ecke fühlen - nur eben nicht von der Tageslaune eines Inhabers abhängig, sondern - wie alles bei L’Osteria - mit Konzept und System.

"L´Osteria" und Levoratos "Osteria"

Neben dem neuen „L’Osteria“ gibt es in Kassel bereits seit 20 Jahren die „Osteria“ - ohne vorangestelltes L - an der Jordanstraße. Das Lokal von Gisela und Elis Levorato gehört zu den beliebtesten und meisterwähnten gastronomischen Adressen der Stadt. Mit dem Auftauchen der fast namensgleichen Italo-Kette habe es bereits erste Verwechslungen gegeben, berichtet Inhaber Elis Levorato: „Vorige Woche war eine Gästegruppe bei uns und wunderte sich, dass wir gar keine Pizza auf der Karte haben.“

Befürchtungen, dass seine Geschäfte durch den neuen Mitbewerber beeinträchtigt werden, hat Levorato aber nicht: „Das wird uns nicht wehtun, und das ist mit uns auch nicht vergleichbar.“ Zudem sei das Lokal an der Jordanstraße viel eher das, was der italienische Begriff Osteria eigentlich besage - „ein Weinlokal, wo man auch kleine Speisen bekommt. Aber auf jeden Fall keine Pizza.“

Beim Kasseler Publikum sei wegen des guten Rufs von Levoratos „Osteria“ die Verwechslungsgefahr gering. Und auswärtige Gäste kämen häufig über Empfehlungs-Websites wie Tripadvisor und über Restaurantführer, von denen würden sie dann auch zum richtigen Ort geleitet.

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