Neuer Standort ist das ehemalige Bundesarbeitsgericht

Mehr Sicherheit für Richter: Arbeitsgericht Kassel zieht um

Es werden zwei Instanzen weniger: Aus dem ehemaligen Bundesarbeitsgericht an der Heerstraße wird das Arbeitsgericht Kassel. Die Sanierung des Gebäudes soll im Oktober abgeschlossen sein. Archivfoto:  Schachtschneider

Kassel. Auch im Arbeitsgericht in Kassel kochen die Emotionen mitunter hoch. Da ist es schon vorgekommen, dass ein Kläger nach einer Entscheidung, die ihm nicht gepasst hat, plötzlich ins Büro des Richters gestürmt ist.

DAs sagt Angela Merz-Gintschel, Direktorin des Arbeitsgerichts Kassel. Solche Gefährdungslagen sollen künftig ausgeschlossen werden. Wenn das Gericht vom Ständeplatz in die Räumlichkeiten des ehemaligen Bundesarbeitgerichts an der Heerstraße in Bad Wilhelmshöhe umgezogen ist, dann wird es bessere Sicherheitsvorkehrungen geben.

Der Eingangsbereich an der Heerstraße soll mit einer Sicherheitsschleuse versehen werden. Die Büros der Mitarbeiter und die öffentlichen Sitzungssäle sind künftig voneinander getrennt, sagt Eva Kühne-Hörmann. Hessens Justizministerin schaute sich am Dienstagvormittag mit Merz-Gintschel und Gabriele Jörchel, Präsidentin des Landesarbeitsgerichts, die Baustelle an. Die Sanierung des Gebäudes, das in den 1980er-Jahren neben dem Bundessozialgericht errichtet wurde, läuft auf Hochtouren.

Günstige Lage

Im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen werden, für Ende November ist der Umzug von der Innenstadt nach Bad Wilhelmshöhe geplant, sagt Merz-Gintschel. Auch wenn das Gericht künftig nicht mehr in der Innenstadt liegt und mancher Kasseler Rechtsanwalt dadurch längere Wege zurücklegen muss, so liegt es doch mit seiner Nähe zum IC-Bahnhof sehr günstig.

35 Mitarbeiter des Arbeitsgerichts und 21 Mitarbeiter der Kasseler IT-Außenstelle der hessischen Justiz werden in dem Gebäude untergebracht. In den zwei Kellergeschossen (im unteren Keller befindet sich ein Bunker) sollen zudem Akten sowie Archivmaterial des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) und des Sozialgerichts deponiert werden, die nächstes Jahr mit dem Verwaltungsgericht Kassel in das ehemalige Finanzamt an der Goethestraße umziehen. „Die klimatischen Bedingungen im Bunker sind top, um Akten zu lagern“, sagt Kühne-Hörmann.

Vier Sitzungssäle

Das Arbeitsgericht bekommt vier Sitzungssäle, von denen zwei größere nebeneinanderliegen und nur durch eine Schiebewand getrennt sind. Bei Bedarf steht somit ein ganz großer Sitzungssaal zur Verfügung. Natürlich sind auch neue Leitungen für moderne Technik verlegt worden.

Was die Sanierung des ehemaligen Bundesarbeitsgerichts kostet, darüber kann das Land keine Auskunft geben. Der Projektentwickler Jochen Hohmann aus Künzell bei Fulda hat die Liegenschaft von der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben gekauft und für die kommenden 15 Jahre mit dem Land einen Mietvertrag abgeschlossen. Die Miete betrage 500 000 Euro im Jahr, so die Ministerin.

Die Mitarbeiter des Bundessozialgerichts (BSG) seien sehr froh, als direkten Nachbarn wieder ein Gericht zu bekommen. Die Mitarbeiter des Arbeitsgerichts werden nicht nur die Bibliothek, sondern auch die Kantine des BSG nutzen können.

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