Tote in einem Kleingarten vergraben - Bruder in U-Haft

Vermisste Kasselerin ist tot: Leiche von Mehtap Savasci in Wiesbaden gefunden

Mehtap Savasci

Kassel/Wiesbaden. Die vermisste Kasselerin Mehtap Savasci wurde tot aufgefunden. Nach Angaben der Polizei ist der Leichnam der 40-Jährigen am Freitagmorgen in einem Kleingarten in Wiesbaden entdeckt worden.

Dort war er vergraben worden. Der dringend tatverdächtige Bruder sitzt bereits in Untersuchungshaft. Bislang äußert sich der 50-Jährige aber nicht zum Schicksal seiner Schwester. Eine bereits angeordnete Obduktion der Leiche könnte weitere Beweise liefern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf HNA-Anfrage.

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Savasci war seit dem 7. Oktober vermisst worden. Am 14. Oktober wurde der Bruder, der familiären Streit mit seiner Schwester hatte, inhaftiert. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatte der 50-Jährige, der zuletzt in Maintal bei Offenbach lebte, für die mutmaßliche Entführung seiner Schwester einen weißen VW Caddy mit Offenbacher Kennzeichen benutzt. In dem sichergestellten Auto wurden DNA-Spuren der Frau gefunden. Auf Basis von Handydaten habe die Polizei ein Bewegungsprofil vom 7. Oktober rekonstruieren können, sagte Götz Wied, Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft.

Es stellte sich heraus, dass sich der Tatverdächtige am Tag des Verschwindens seiner Schwester für sechs Stunden im Bereich des Wiesbadener Kleingartens am Moltkering aufgehalten hatte. Bei einer Suche in dem Bereich fanden Beamten vor einigen Tagen bereits die Handtasche der Vermissten nahe des Kleingartens. Am Freitagvormittag wurde nun die Leiche entdeckt, die auf einer der Parzellen vergraben war.

Savasci war bei der Ausländerbehörde der Stadt Kassel beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie am Morgen des 7. Oktober vor ihrer Wohnung an der Kasseler Pfeifferstraße in den Caddy gezerrt wurde.

Die Leiche wurde in Wiesbaden gefunden

Leiche von Mehtap Savasci in Wiesbaden gefunden

Chronologie: Was zwischen dem 7. Oktober und 7. November geschah

Am Freitag wurde die Leiche von Mehtap Savasci (40) in einem Wiesbadener Kleingarten gefunden. Genau einen Monat lang war unklar, was mit der seit 7. Oktober vermissten Kasselerin geschehen war. Eine Chronologie:

Aktualisiert um 18.53 Uhr.

7. Oktober, 7 Uhr:  Mehtap Savasci verlässt ihre Wohnung an der Pfeifferstraße in Wehlheiden. Die Mitarbeiterin der Kasseler Ausländerbehörde will zur Arbeit. Dort kommt sie aber nie an. Zeugen werden später von einem Gerangel zwischen einer Frau und einem Mann auf dem Gehweg berichten. Das letzte Lebenszeichen von Mehtap landet um 7.50 Uhr auf dem Anrufbeantworter einer Kollegin. Dort meldet sie sich krank. Wie die polizeiliche Auswertung der Handydaten ergab, war sie zu dieser Zeit schon an der A7 im Raum Felsberg unterwegs. Da war sie – mutmaßlich von ihrem Bruder – bereits entführt. Wie sich später herausstellte, war der Entführer mit ihr in südlicher Richtung nach Wiesbaden unterwegs. Dort hielt er sich von nachmittags bis abends für etwa sechs Stunden in der Nähe eines Kleingartens auf. Auch dies ließ sich auf Basis seiner Handydaten später rekonstruieren.

14. Oktober: Der 50-jährige Bruder der Vermissten wird auf Antrag des Kasseler Amtsgerichts in Untersuchungshaft genommen. In dem weißen VW Caddy, mit dem er am 7. Oktober unterwegs war, hat die Polizei DNA-Spuren der Vermissten gefunden.

16. Oktober:  Die Polizei durchsucht mit 130 Einsatzkräften den Wald nahe der A 7 an der Anschlussstelle Melsungen. Dort werden auch in den Tagen danach Hunderte Polizisten weitersuchen. Das Handy der Vermissten war dort zuletzt eingebucht. Die Suche läuft aber ohne Erfolg.

7. November: Nachdem einige Tage zuvor bereits Savascis Handtasche gefunden wurde, wird die Leiche im Wiesbadener Kleingarten entdeckt.

Von Bastian Ludwig

Archiv-Video von der Suche nach der Frau

 

Archiv-Bilder von der Suche

Vermisste Frau aus Kassel: Polizei durchsucht Wald bei Melsungen

Karte: Hier befindet sich die Kleingartenanlage

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