Menschen in Paris wollen sich nicht einschüchtern lassen

Claire de Bernardy vor dem Eiffelturm in Paris. Foto: nh

Paris/Kassel. Die Kasselerin Claire de Bernardy (23) studiert Jura in Frankfurt und absolviert gerade ein Auslandssemester in Paris. In den nächsten Tagen berichtet sie uns, wie die Menschen in Paris nach den Anschlägen wieder ins Alltagsleben zurückfinden.

Claire de Bernardy war im Stade de France beim Freundschaftsspiel Deutschland-Frankreich, als am vergangenen Freitag Abend die Terror-Anschläge begannen. Nach ihrem ersten Augenzeugenbericht schildert Sie uns in den nächsten Tagen, wie die Menschen in Paris nach den Anschlägen wieder ins Alltagsleben zurückfinden.

„Zwei Tage nach den Anschlägen scheint es zum ersten Mal so, als seien wieder etwas Ruhe und Alltag eingekehrt. Die Straßen von Paris waren relativ belebt, einige Cafés und Sonntagsmärkte hatten geöffnet und die meisten Menschen nutzten heute das gute Wetter, wie auch ich, um spazieren zu gehen und den Kopf etwas freizubekommen. Das gestaltet sich jedoch schwierig, wenn man hier in der Stadt ist. Die Ereignisse sind allgegenwärtig, es herrscht so gut wie überall Polizeipräsenz und hört man die Menschen unter sich sprechen, so wird schnell klar, dass sich immer noch alles um dieses Thema dreht.

Auch heute ist es schwierig bis kaum zu begreifen, was passiert ist und wie man damit umgeht. Man begreift nur, dass man denkt, von solchen Anschlägen weit entfernt zu sein und plötzlich ist man selbst betroffen.

Vor allen Dingen, wenn man die Nachrichten verfolgt, stelle ich persönlich mir oft die Frage, ob alles nicht auch noch ein schlimmeres Ende hätte nehmen können.

Man merkt, wie die Menschen versuchen, Antworten auf Fragen zu finden, die sie sehr beschäftigen.

Dennoch versucht man sich, so gut es geht, abzulenken und vor Allem zu vermeiden, dass die „joie de vivre“, die Lebensfreude, verloren geht.

Die Meisten wollen sich nicht einschüchtern lassen und verlassen aus diesem Grund auch das Haus, um zu zeigen, dass das normale Leben weitergehen muss.“

Lesen Sie auch den ersten Bericht von Claire de Bernardy: Terror in Frankreich: Studentin war Augenzeugin im Stadion

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