26 Fahrten nachgewiesen

Schleuser aus Nordhessen in U-Haft: 160 Menschen über Grenze gebracht

Kassel. Großer Schlag gegen illegale Menschen-Schleusungen. Die Fahnder konnten jetzt einen Schleuser festnehmen, der über Monate Menschen aus dem Kosovo nach Deutschland brachte.

Der Mann ist Bosnier und wohnte nach HNA-Informationen in Homberg. Die Kasseler Staatsanwaltschaft bestätigte der HNA, dass er im Schwalm-Eder-Kreis lebte. Jetzt sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Kassel-Wehlheiden in Untersuchungshaft.

Bei 26 nachgewiesenen Fahrten hat der Mann nach Auskunft der Staatsanwaltschaft über 160 Menschen illegal nach Deutschland gebracht. Sie zahlten ihm pro Person mindestens 500 Euro für die Schleusung .

Laut Strafgesetzbuchg drohen einem Schleuser eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahre. Macht er die Schleusungen gewerbsmäßig, dann sieht das Gesetz bis zu zehn Jahren vor. Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied: „Davon können wir in diesem Fall ausgehen.“

Die Taten fanden in einem Zeitraum zwischen Oktober 2014 und Februar 2015, also noch vor der aktuellen großen Flüchtlingswellle, statt. Nach umfangreichen Ermittlungen konnte der Mann aber erst jetzt gefasst werden.

Der Schleuser setzte bei den Fahrten einen in Deutschland zugelassenen Van ein. Bei jeder einzelnen Fahrt müssen mindestens sieben Passagiere im Auto gesessen haben. Die Route führte von Budapest über die ungarisch-österreichische Grenze, dann weiter in Richtung Norden über die österreichisch-deutsche Grenze. Niemandem fiel es monatelang an den Grenzen auf, dass in dem Auto Menschen aus dem Kosovo saßen, die in Deutschland keine Aufenthaltsberechtigung hatten. Wied: „Die fuhren einfach unbemerkt über die Grenze.“

Im Bereich der Staatsanwaltschaft Kassel, so Wied, habe es einen so großen Fall von Schleusungen noch nicht gegeben.

Rubriklistenbild: © dpa

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