Beschäftigte rund um die Uhr im Einsatz

Mercedes-Benz Kassel sitzt auf vollen Auftragsbüchern

Schwergewichte: Lkw- und Bus-Achsen aus Kassel sind weltweit gefragt. Aber auch Van-, Transporter- und Geländewagen-Achsen sorgen derzeit für eine Vollauslastung des Mercedes-Benz-Werks. Archivfoto: Schoelzchen

Kassel. Das Mercedes-Benz-Achsenwerk in Kassel fährt das vierte Jahr in Folge unter Volllast.

Denn der weltweit zentrale Produktionsstandort für Lkw-, Bus- und Transporter-, Van- und Geländewagen-Achsen, Ausgleichsgetriebe, Gelenkwellen und Radsätze kann sich vor Arbeit kaum retten. „Die Auftragslage ist sehr gut“, sagte Werkleiter Ludwig Pauss anlässlich der Betriebsversammlung am Dienstag. 2016 verspreche fast so gut zu werden wie 2015.

Die starke Nachfrage nach Vans und Geländewagen, aber auch nach schweren Lkw in Europa sorge für reichlich Arbeit in Kassel. „Auftrags- und Beschäftigungslage stimmen uns sehr zufrieden“, so Pauss. Er bedankte sich bei dem gesamten Team für den überdurchschnittlichen Einsatz. Die Beschäftigten arbeiten in wöchentlich 20 oder 21 Schichten und damit rund um die Uhr, Wochenende inklusive.

Für Betriebsratsvorsitzenden Dieter Seidel ist es „bemerkenswert, wie lange die gute Auftrags- und Beschäftigungslage auf derart hohem Niveau schon anhält“. Die mehr als 3100 Jobs seien sicher.

Wie berichtet, hatte Daimler im Oktober 40 befristete in feste Stellen gewandelt. Im vergangenen Monat kamen weitere 21 hinzu. Die frei werdenden Stellen wurden mit neuen Zeitarbeitern aufgefüllt, sodass sich an deren Zahl – 190 – nichts geändert hat. Pauss und Seidel sind sich jedoch darin einig, dass es absehbar weitere Entlastung für die Beschäftigten geben müsse. Derzeit werde geprüft, ob dies durch zusätzliche Investitionen erreicht werden könne. Von 2014 bis 2021 sind bislang Investitionen von 450 Millionen Euro in Kassel geplant.

Wie berichtet, verließen 2015 rund 567 000 Achsen das Kasseler Werk – 27 000 mehr als im Jahr zuvor. In diesem Jahr sollen es etwas weniger werden. Grund ist die 2015 ausgelagerte Produktion von Trailer-Achsen an den Autozulieferer Jost, der seither am alten Flughafen in Calden produziert und somit die Jobs in der Region gelassen hat.

In diesem Zusammenhang lobte der Betriebsratsvorsitzende, dass die Verlagerung von Fertigung bislang durch neue Produkte ausgeglichen werden konnte.

Den anhaltenden Erfolg des Kasseler Achsenbauers führt Werkleiter Pauss auf die Innovationskraft und die motivierte Mannschaft, aber auch auf die hohe Qualität der Produkte aus Kassel zurück. Die gilt sowohl im konzernweiten als auch im Vergleich mit Wettbewerbern als vorbildlich. Hinzu kommt, dass Kassel zahlreiche Werke in der ganzen Welt mit Aggregaten und Komponenten beliefere.

Von den guten Zahlen des Stuttgarter Autobauers insgesamt profitieren auch die Beschäftigten. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter erhalten für 2015 die Rekordprämie von 5650 Euro – 1300 mehr als im Vorjahr. Das Geld muss allerdings in vollem Umfang versteuert werden.

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