Achsenwerk platzt aus allen Nähten und investiert

Mercedes-Benz weitet Produktion aus

Kassel. Das Mercedes-Benz-Werk in Kassel platzt aus allen Nähten und wird im kommenden Jahr die Produktionskapazitäten für schwere Achsen und solche für Geländewagen sowie für Radsätze für Hinterachsgetriebe erweitern.

Das erklärte Werkleiter Ludwig Pauss in der Betriebsversammlung am Dienstag. Zu Einzelinvestitionen macht der Stuttgarter Autobauer traditionell keine konkreten Angaben, wohl aber zum Gesamtvolumen, das sich von 2014 bis 2021 am Standort Kassel auf 450 Millionen Euro summieren soll.

Grund für die Produktionsausweitung ist die seit Jahren steigende Nachfrage nach Lkw-, Transporter- und Van-Achsen, Hinterachs- und Ausgleichsgetrieben sowie Radsätzen aus Kassel, die in zahlreiche Fahrzeug bauende Werke in alle Welt geliefert werden. „Diese breite Aufstellung ist ein Riesenvorteil für uns“, sagte Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel.

Bis Jahresende werden die Kasseler 567 000 Achsen ausliefern – 27 000 oder fünf Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. Für 2016 kündigte Pauss eine „ähnliche gute“ Auslastung an und lobte die Belegschaft für deren Einsatz. Die arbeitet teilweise seit Jahren im 21-Schicht-Betrieb rund um die Uhr – Wochenenden inklusive – und damit an der Belastungsgrenze.

Um hier zumindest etwas Abhilfe zu schaffen, wurden zum 1. Oktober 40 befristet Beschäftigte in feste Arbeitsverhältnisse übernommen. Im März sollen weitere 21 folgen. Ihre Stellen werden mit Leiharbeitern aufgefüllt. An weiteren Entlastungsmaßnahmen wird gearbeitet. Anfang des Jahres wollen Werkleitung und Betriebsrat Ergebnisse vorlegen. Derzeit beschäftigt das Werk gut 3100 Menschen, davon 190 Zeitarbeiter. Deren Verträge werden zunächst bis zum Mai verlängert. Vom guten Lauf des Daimler-Konzerns insgesamt werden nahezu alle Beschäftigten profitieren. Vor Steuern gab es pro Kopf die Rekordprämie von 4350 Euro für das erfolgreiche Jahr 2014. Für 2015 dürfte es deutlich mehr werden. Die Prämie wird Anfang des Jahres ausgezahlt.

Abgeschlossen ist unterdessen der Verkauf des Bereichs Trailer-Achse an den Zulieferer Jost. Die gewerblichen Beschäftigten hätten neue Jobs im Werk, für einige im Verwaltungsbereich würden noch Lösungen gesucht, erklärte Pauss. Er und Seidel ließen aber keinen Zweifel daran, dass auch diese Mitarbeiter an Bord blieben. „Als Betriebsrat können wir mit der aktuellen Entwicklung zufrieden sein“, sagte Seidel und verwies darauf, dass bislang alle Investitionszusagen, insbesondere in Zukunftsprojekte, eingehalten worden seien.

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