51-Jähriger stach zwei Frauen nieder

Messerstecher-Prozess: Opfer war in Todesangst

Kassel. „Ich hatte Todesangst.” Das sagte am Mittwoch vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Kassel eine 35 Jahre alte Frau aus Kassel, die am 7. Oktober vorigen Jahres auf dem Gehweg Frankfurter Straße / Ecke Silberbornstraße von einem 51-Jährigen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden war.

Der bereits zehnmal vorbestrafte Mann ist angeklagt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und versuchten Mordes. Der Beschuldigte habe mehrfach in Tötungsabsicht auf zwei Frauen eingestochen, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Müller-Brandt. Der Mann habe versucht, heimtückisch zu töten und die Frauen körperlich misshandelt.

Unvermittelt und ohne jeden Grund hat der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge auf zwei Frauen eingestochen. Eine 49-Jährige wurde nicht so schwer verletzt, weil sie sich wehren konnte und das Messer an der Handtasche mit einem Stahlblech abprallte. Ein 20-Jähriger, der beherzt einschritt und Erste Hilfe leistete, hat laut Anklageschrift weitere Stiche verhindert.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, eine der Frauen habe auf ihn eingeschlagen und beide hätten bei einem Grillfest erklärt: „Dich ekeln wir weg.”

Der Angeklagte war im Sommer 2010 nach zehn Jahren aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden. Er ist unter anderem wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung vorbestraft.

Beide Frauen sagten, sie litten heute unter Angstzuständen und würden psychologisch betreut.

Sie hatten sich nach einem Elternabend auf dem Gehweg unterhalten, als der laut Polizei „stark alkoholisierte” Beschuldigte auf die Frauen zukam, auf sie einschlug und zustach. Beide Frauen sagten, den Mann entgegen dessen Aussage nicht zu kennen.

Von mindestens acht Stichen in Bein, Bauch und Brust sprach das Opfer. „Ohne sofortige ärztliche Behandlung wäre sie gestorben?” Diese Frage des Vorsitzenden Richters Volker Mütze beantwortete der Arzt, der die Schwerstverletzte operiert hat, mit einem eindeutigen Ja.

Nach Angaben beider Frauen, die teilweise in Tränen ausbrachen, gab es keinen Grund für den Messerangriff. Die 49-Jährige schilderte, dass ihre Bekannte blutend auf dem Boden gelegen und gerufen habe: „Ich muss sterben.” Daraufhin habe der Beschuldigte gesagt: „Wir müssen alle sterben.” Die Frau: „Es war wie im Horrorfilm.” Die Polizisten, die als Erste am Tatort waren, erklärten, der Beschuldigte habe verwirrt gewirkt und von der Tat nichts wissen wollen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

• Fortsetzungstermine: 7., 13., 20. und 23. Juni jeweils ab 9 Uhr, Saal D 130 im Landgericht Kassel.

Rubriklistenbild: © dpa

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